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Bruno Manser Fonds Aktualisierung 2001-05-25 |
Documentation "Mahnbaum für Bruno Manser"Texte für BrunoVon Brigitte Braun Ich kann mich noch genau erinnern, wie alles begann. Es war, als Bruno mit Mutang Tuo und Anderson Mutang Urud ins Global 2000-Büro kam. Bruno wurde sofort umringt und mit Fragen überhäuft - so dass ich genug Zeit hatte, mich mit Mutang Tuo im Vorzimmer zu unterhalten, wo er ganz allein stehen gelassen wurde. Damals beschloss ich, mich für die Penan und den Regenwald einzusetzen. Als Bruno zum zweitenmal nach Wien kam, hatte ich Gelegenheit, alleine mit ihm zu sprechen. Es zeigte mir sein frisch operiertes Bein und ich hatte das Gefühl, dass er gerne etwas ausgespannt hätte. So unterhielt ich mich nur kurz mit ihm und wir genossen die entspannende Stille bei Milch und Kuchen. Mich wunderte anfangs, dass er alles, was ich ihm zu essen und trinken hinstellte, genau in zwei Teile teilte. Und mich faszinierte seine herzliche Art und Weise, mit den Menschen umzugehen. Ich erinnere mich noch, wie er nach der Veranstaltung im Biozentrum aus dem Menschengewühl zu mir kam. Wir sind einfach vor die Türe gegangen, haben uns auf eine niedrige Mauer gesetzt und die Sterne betrachtet. Oder an Oxford, wo das europäische NGO-Treffen aller Regenwaldgruppen stattfand. Bruno kroch beim gemeinsamen Ausflug interessiert in ein Erdloch, erklärte uns Bäume und Pflanzen und setzte mir anschließend einen blühenden Ast auf. Sein großes Interesse an der Natur, seine Freude, die oft an das Staunen eines Kindes erinnert, etwas neues entdeckt zu haben: all das macht Bruno so liebenswert.
Bruno ist nicht ein Mann leerer Worte. Er muss immer Taten setzen. So fuhren wir anschließend nach London. Dort hängte er ein Transparent an das Shakespeare-Theater. Ich habe Bruno später noch zweimal in Basel getroffen. Mich erstaunte das winzige Büro, in dem er nicht nur arbeitete, sondern auch jahrelang gewohnt hatte. Sein bescheidenes Heim, das er zuletzt bewohnte, gefielt mir so gut, dass ich es zum Vorbild für meine Wohnung nahm. In all den Jahren, in denen ich Briefe und Artikel schrieb, fand Bruno immer Zeit, meine Arbeiten zu lesen und zu korrigieren. Und obwohl davon nie eine Zeile in einer Zeitung erschien, machte er mir immer Mut, nicht aufzugeben. Bruno Manser - er, der die Natur so genau beobachtete, und so faszinierend zeichnen konnte, dass man manchmal glaubte, die Tiere hätten einen Charakter, und der so viel Herz hatte, für alle Menschen. Ich verstehe, wieso er immer wieder zurück nach Sarawak wollte. Auch ich war so oft frustriert, dass sich in all den Jahren nichts für die Penan verbessert hat. Ich habe drei Dörfer der Penan besucht und die schrecklichen Auswirkungen der Waldbrände und Abholzungen gesehen. Bruno Manser - die Welt braucht Menschen wie dich. gez. Brigitte Braun, Wien |