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Bruno Manser Fonds Aktualisierung 2001-05-25 |
Documentation "Mahnbaum für Bruno Manser"Texte für BrunoVon Heinz-Dieter Meier, Freund und Mitstreiter Begegnung mit Bruno ManserMein erster Besuch in den Regenwäldern von Sarawak im Bereich des Batang Baram im Jahre 1974 ließ mich von Borneo nicht mehr los. Damals war ich, als Gärtner, dessen ganze Liebe den tropischen Pflanzen gilt, begeistert von den Wäldern im Landesinnern: Primär-Regenwälder im Bereich zwischen Long Lellang, Lio Matho und Silat. Aber ich erinnere mich auch noch genau an die großen Kähne voll beladen mit Baumstämmen sowie an die unheimlich langen Holz-Flöße im Schlepp von kleinen Motorbooten und an die unzähligen Baumstämme, die sich bei Niederwasser an den Ufern des Batang Baram festgerammt hatten. Damals, 1974, hatte ich mir noch keine Gedanken über die Gefahren von der Vernichtung der Regenwälder gemacht. Ich dachte, dies müßte so sein...
Fast jährlich kam ich seitdem wieder und schon 1980 hatte ich, von einer Reise aus Sarawak zurückkehrt, in meinen Diavorträgen von einer ernsten Gefahr berichtet, noch ehe man in den Medien viel über Regenwald-Zerstörung hörte. Ich erinnere mich noch recht gut, es war etwa 1985 oder 1986, als man mich in Long San, am Mittellauf des Baram, über einen Schweizer namens *Bruno* ansprach; man fragte mich, ob ich dessen Freund wäre oder ob ich ihn kennen würde; man sagte mir, daß der Europäer bei den Penan leben würde und in Malaysia nicht gerne gesehen sei. Doch man sprach mit großem Respekt von dem *Schweizer Bruno*, weil er sich für den Erhalt der Wälder einsetzen würde. Von dieser Zeit an war es mein Wunsch, auf einem meiner Dschungeltripps diesem legendären Menschen zu begegnen; doch es blieb mir - dies gleich vorweg gesagt - auf Borneo nicht vergönnt, ihn zu treffen. Ja im Gegenteil, die Medien haben zwischenzeitlich von diesem Bruno Manser berichtet: GEO und ZDF und dann der erste Film *Bulldozer gegen Blasrohre*; es war im Jahre 1989, als ich wieder in Miri nach Sarawak einreiste und man in meinem Reisepass schon viele Einreise-Stempel Malaysias sehen konnte. Der Zollbeamte fragte mich, ob ich ein Freund von Bruno Manser sei. Naiv wie ich einmal bin, antwortete ich, daß ich diesem Bruno Manser schon lange gerne einmal begegnen möchte. Dies war der Anlaß, daß ich von den Zollbeamten abgeführt und in einem kleinen Zimmer verhört wurde. Man glaubte mir zunächst nicht, daß ich mit Bruno nicht in Verbindung stehen würde. Von da an hatte sich mein Wunsch verstärkt, Bruno zu treffen: wer war dieser Schweizer? Doch wie gesagt, trotz vieler Fragen an meine einheimischen Freunde am Batang Baram, man konnte mir keine genauen Auskünfte geben. Es war schließlich im Juli 1990, Bruno war kurz zuvor wieder zurück in die Schweiz gekommen und ich wurde von einem Freund aus der Schweiz diesbezüglich informiert. Dann ging alles schnell: ich erhielt eine Telefonnummer in Basel und es meldete sich dort Roger Graf, der mir auch spontan die Möglichkeit einräumte, Bruno Manser in Basel zu treffen. Bruno und ich sind Freunde geworden. Bruno, der Naturbursche mit weichem HerzenIch war eingeladen, in St.Moritz eine Diaschau über die Regenwälder Borneos zu zeigen. Als Mitglied des BMF habe ich glücklicherweise auch Bruno Manser gewinnen können, an dieser Veranstaltung zu Gunsten des Bruno-Manser-Fonds teilzunehmen. Wie alle Veranstaltungen, die ich mit Bruno erlebte, war auch diese recht erfolgreich. Auf der Heimfahrt sollte ich Bruno nach Thusis zur Bahn bringen, damit er endlich wieder einmal seine Familie in Basel treffen könne. Es war ein schöner, sonniger, jedoch recht kühler Tag, als wir über den Julier-Paß fuhren. Plötzlich wollte Bruno aussteigen, ich dachte er wolle ein wenig wandern. Nein, er möchte gerne dort oben im Fels das Wochenende verbringen, betonte er. Ich machte mir Sorgen: bei dieser Kälte??? Bruno kam nicht sehr weit, bis über die Hüfte ist er in die Schneedecke eingebrochen; er kam zurück und *grinste* (wie es eben nur Bruno kann) und ich war froh, sehr froh! Kurz vor Tiefencastel wollte Bruno wieder aussteigen. Es gab hier unten wohl keinen Schnee mehr, aber es war dennoch kalt. Wieder war ich beunruhigt. Doch ich konnte Bruno zu einem Mittagessen in Tiefencastel überreden, in der Hoffnung, Bruno umzustimmen und ihn zum Bahnhof nach Thusis zu bringen. Das Essen war gut, die freundschaftlichen Gespräche wie immer hoch interessant, ringsum: ich war glücklich. Dann aber: "Jetzt bringst Du mich aber wieder dort hinauf!" Bruno wollte in den Berg... Er stieg aus, lächelte und winkte als ich wegfuhr und durch den Rückspiegel meines Wagens schaute. Dann aber überfielen mich furchtbare Gedanken: wie kannst du Bruno alleine lassen bei dieser Kälte dort in den Felsen. Darüber hinaus sagte das schweizer Radio im Wetter-bericht kalte Nächte mit Schneefall voraus. Das ganze folgende Wochenende war für mich eine Qual, ich konnte wenig Schlaf finden, immer waren meine Gedanken bei Bruno; hoffentlich, hoffentlich.... Am Montag Vormittag kam er erlösende Anruf in meinem Büro: es war Bruno, er rief aus Basel an und ich schilderte ihm meine Sorgen. Aber Bruno in seiner für ihn typischen Art lachte: hi, hi, hi,h i, hi ... (so, wie es eben nur Bruno kann) und berichtete mir, daß es saukalt gewesen wäre, aber er hätte eine Höhle gefunden, dort ein kleines Feuer gemacht und später hätte er ein Füchslein beobachtet .... Das ist Bruno!!! Und deswegen kann ich es einfach nicht glauben, daß Bruno nicht mehr zurückkehren soll ?!? Heinz-Dieter Meier, 7. Mai 2001 |