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Bruno Manser Fonds Aktualisierung 2001-05-25 |
Documentation "Mahnbaum für Bruno Manser"Texte für BrunoVon Peter Rudin-Jagher, im Mai 2001 WEGSTRECKEN MIT BRUNO MANSERDu, Bruno und ich, wir gingen sechs Jahre lang miteinander zur Schule bis Du 1973 am Realgymnasium die Matura bestanden hast. Da erinnere ich mich wie Du anlässlich einer zweitägigen Wanderung nachts auf der Seebodenalp Deine Klassenkameraden und mich in Unruhe versetzt hast: Du bist mitten in der Nacht auf dem offenen, hochgelegenen Heuboden umhergeirrt. Du hattest vorher Ipomoeasamen geschluckt! Wie froh waren wir als der Tag graute und wir Deine weit geöffneten Pupillen erkennen konnten. Zwei Kameraden waren bereit, Dich sicher zu Tal zu begleiten! - Und der Schabernack, den Du auf der Maturreise und auch sonst hie und da getrieben hast! Doch nach der Matur strebtest Du nicht wie die meisten anderen an die Universität sondern in die Realität des Lebens auf den Alpen im Bündnerland. Dort lerntest Du die harte Arbeit des Älplers kennen, vor allem die des Käsers an den für Dich so grossen Kupferbecken, in denen Du Deine prämierten Bergkäse bereitet hast. Dort besuchte ich Dich auf der Alp Tambo und in einem anderen Jahr wollten wir miteinander mehrere Tage von Alp zu Alp ziehen. Doch wurdest Du gebeten, einen erkrankten Älpler zu vertreten und wie Du eben bist, hast nicht "nein" gesagt. So sind wir miteinander auf eine Alp oberhalb von Bonaduz gezogen, Du für den Alpdienst und ich wohl mehr schlecht als recht für die Küche. Es war eine schöne Zeit zusammen und immer mit "Prinz", Deinem treuen Hund und gescheiten Begleiter.
Im Winter, wenn immer Du bei uns in der Gegend warst, bist Du uns besuchen gekommen als Teil unserer Familie und auch da zusammen mit Prinz. Wir bewunderten Deine Arbeiten, die Du in traditionellen Werkstätten gefertigt hattest und von denen einige mich in meiner Arbeitsstube an Dich erinnern. Einmal, es war wohl ein erster milder Vorfrühlingstag und wir wollten eben Siesta halten, da ertönte feiner Flötenklang. Wir sahen Dich auf dem Mäuerchen bei Nachbars gegenüber und Du spieltest ganz versunken und wolltest uns nicht stören. Aus der Begegnung mit der Nachbarin wuchs eine innere Beziehung zu Dir und sie erkundigte sich oft nach Deinem Ergehen. Dann wechseltest Du zu den Schafen auf die Alp oberhalb des Dorfes Nufenen. Dadurch hattest Du viel mehr Zeit Deinen Naturbetrachtungen nachzugehen und ich besuchte Dich dort wohl jede Sommerferien und bewunderte wie Du mit sicherem Schnitt den Schafen die Klauen pflegtest. Nach Deiner langen Zeit bei den Penan war es immer wieder ein freudiges Wiedersehen, sei es bei uns, oder im Büro, oder wenn Du nach Elm oder Kleinlützel eingeladen hast. Besonders freute mich als Du Dich auch für den Regenwald in Kamerun eingesetzt hast, war ich doch längere Zeit im Kameruner Grasland tätig. All das und noch viel mehr Innerliches, das sich nicht in Worte fassen lässt, ist jetzt nicht mehr - nur kostbare Erinnerung. Peter Rudin-Jagher |