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updated 2001-05-22

Limbang, 3. Juli 2000

Dringender Aufruf für ein sofortiges Holzeinschlagsverbot

Along Segak und Freunde
Ba' Ureu,
Ulu Limbang,
Limbang verschickt per Express-Post am 3. Juli .2000

YAB Tan Sri Datuk Patinggi (Dr.) Haji Abdul Taib Bin Mahmud
Chief Minister von Sarawak
Wisma Pelita, Petra Jaya
Kuching (Sarawak / Malaysia)

Betr: Dringender Aufruf für ein sofortiges Holzeinschlagsverbot in Sungai Ureu und Ulu Madiit in Ulu Limbang und Ulu Magoh in Tutoh, Baram

Herr Chief Minister,

Im Namen der Penan aus Sungai Ureu/Ulu Limbang und Ulu Magoh/Tutoh, appellieren wir an Sie, schnellstmöglich zu handeln und jeglichen Holzeinschlag in den genannten Gebieten zu stoppen.

Aus folgenden Gründen appellieren wir an Sie:

  1. Alle Bewohner am Sungai Ureu im Ulu Limbang sowie im Ulu Magoh und Tutoh-Gebiet führen eine nomadische Lebensweise. Unser Überleben hängt gänzlich vom Wald und seinen Ressourcen ab.
  2. Die Wälder, die unseren heutigen Lebensraum begrenzen, wurden bereits eingeschlagen und wir haben mit eigenen Augen die Auswirkungen der Zerstörung dieser Gebiete gesehen.
  3. Der Sungai Ureu und der Sungai Batu sind die einzigen noch verbliebenen Gebiete, in denen die für uns lebens-notwendigen Waldressourcen noch in genügender Menge vorkommen.
  4. Die Argumentation der Regierung, wir Penan sollten unseren Lebensstil ändern, damit wir nicht mehr vom Wald und seinen Ressourcen abhängig sind, leuchtet nicht ein. Es ist klar, daß wir uns den Veränderungen der Zeit nicht entziehen können. Aber gerade deshalb brauchen wir unbedingte Unter-stützung und Schutz durch die Regierung. Unsere wichtigste und dringendste Forderung ist die Zuteilung von Waldgebieten ausreichender Größe, um unser Überleben zu sichern, solange wir versuchen, einen Lebensstil, der dem unseren überlegen sein soll, zu verstehen und zu übernehmen.
  5. Die Waldgebiete, die zu schützen wir beantragen, sind Gebiete, die uns seit Generationen im Einklang mit unseren Gebräuchen, unserer Kultur und Tradition am Leben erhalten. Aufgrund dieser Tatsache haben wir gemäss den geltenden "Gewohnheits- und Landrechten der Ureinwohner" (Native Customary Rights, NCR) legitimen Anspruch auf diese Gebiete. Deshalb sollte die Regierung diese Rechte respektieren und schützen.
  6. Gemäss den Bestimmungen der Waldbehörde Sarawaks hat die Urbevölkerung das Recht, den Schutz für sie lebenswichtiger Waldgebiete zu beantragen, während die damit befaßte Behörde die Pflicht hat, diese Anträge zu bearbeiten. Bis zum heutigen Tag haben wir jedoch auf unsere entsprechenden Anträge, die wir seit den 80er Jahren eingereicht haben, keine Antworten erhalten und wissen nicht, ob diese über-haupt jemals geprüft worden sind.

Wir bitten Sie und die Regierung inständig, sich in unsere Lage zu versetzen und unserem Antrag zu entsprechen. Geführt von der Hoffnung, dass Sie handeln werden, haben wir den schweren Weg aus dem Ulu Limbang und dem Ulu Magoh angetreten. Wenn der Holzeinschlag weiterhin toleriert wird, müssen wir einsehen, daß das Recht und das Leben von uns Penan von den Behörden - entgegen ihrem Auftrag - nicht in angemesse-ner Weise geschützt wird.

Noch einmal ersuchen wir um Ihren Schutz.

Mit freundlichen Grüssen

Along Segak, Melai Beluok, Seng Megut, Selai Segak, Sayak Magut

Kopien an:

  1. YB Dato' Abang Johari, Präsident des Komitees für Penan Angelegenheiten
  2. Forstdirektor, Forstbehörde von Sarawak
  3. Zuständiger Leiter, Limbang Division
  4. Bezirksbeamter, Limbang



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