Vertrauliches Dokument zeigt Sarawaks exzessive Wasserkraftpläne

Die Sarawak Energie Gesellschaft (Sarawak Energy Berhad, SEB) plant die Realisation von zwölf neuen Wasserkraftwerken bis zum Jahr 2020
Ein vertrauliches Dokument, das irrtümlich auf einer chinesischen Internetseite veröffentlicht wurde, beschreibt bisher unbekannte Details über die Pläne der Regierung von Sarawak zum Bau von Wasserkraftwerken im Regenwald von Borneo. Dem Bruno Manser Fonds gelang es, das Dokument zu behändigen. Es handelt sich um eine Präsentation durch den Management Direktor Abdul Aziz Husain der Energieproduktionsgesellschaft Sarawak Energy Berhad (SEB), die er am 29. Oktober 2007 anlässlich einer Energiekonferenz in Nanning (Guangxi, China) gab. In der Zwischenzeit wurde das Dokument aus dem Internet entfernt und ist nun exklusiv auf der Homepage des BMF einsehbar (siehe download link unten).
Teilweise Überflutung eines UNESCO-Welterbes
Die Präsentation der SEB beinhaltet die Standorte von zwölf beabsichtigten Wasserkraftwerken im ostmalaysischen Bundesstaat Sarawak, deren Bau zwischen 2008 und 2020 geplant ist. Es muss angenommen werden, dass alle beabsichtigten Staudämme indigene Gemeinschaften, die in Borneos einzigartigem Regenwald leben, beeinträchtigen werden. Im Fall der Realisation der Pläne werden mehrere tausend Indigene im Inneren Sarawaks ihr traditionelles Land verlieren und in andere Gegenden umgesiedelt werden müssen. Eines der geplanten Projekte, ein 220 MW Staudamm am Tutoh im Nordosten Sarawaks, wird Teile des Mulu National Parks überfluten, der auf der UNESCO Welterbeliste steht.
Produktion von Überschussenergie für den Export auf dem Rücken der Indigenen
Die geplanten Projekte der SEB haben die Kapazität für die Generation von 7000 MW – was weit über dem Energieverbrauch des Ostmalaysischen Bundesstaates liegt. Der Energiekonsum Sarawaks lag 2005 bei 1120 MW, es wird erwartet, dass er im Jahr 2010 auf 1550 MW gestiegen sein wird. Während die Regierung von Sarawak den Bau energieintensiver Industrieanlagen beschleunigt, wird gleichzeitig die Produktion von Energieüberschuss für den Export nach West Malaysia, Brunei und Kalimantan geplant.
In der Vergangenheit wurde Sarawaks Regierung wiederholt für den Mangel an Transparenz und Rechenschaftspflicht in Regierungsangelegenheiten bezüglich Landfragen und Forstwirtschaft kritisiert. Im Gegensatz zur malaysischen Halbinsel, schliesst die Gesetzgebung in Sarawak die öffentliche Teilnahme am Prozess von Umweltverträglichkeitsprüfungen aus.
Exklusiver Download: Präsentation von Sarawak Energy über chinesische Kraftwerke in Malaysia (6.8 MB):
Sarawak_Energy_Confidential.pdf
(6.8MB)

