Neue Vorwürfe gegen Bruno Manser in Malaysia

"Schädlicher Einfluss": verschollener Regenwaldschützer Bruno Manser (BIld: Alberto Venzago)
"Ohne den negativen Einfluss von Bruno Manser hätten sich die Penan in Sarawak schneller entwickelt", sagte Alfred Jabu, stellvertretender Chief Minister des malaysischen Bundesstaats Sarawak, an einem Medientermin in Sarawaks Hauptstadt Kuching gemäss der Zeitung "Borneo Post" vom 11. Dezember. Laut Jabu übe der Bruno Manser Fonds einen "schädlichen" Einfluss auf die Penan im Regenwald von Sarawak aus und verhalte sich "egoistisch".
Jabu bezichtigte den Bruno Manser Fonds insbesondere der Lüge im Zusammenhang mit Fällen von sexueller Gewalt von Holzarbeitern gegen Penan-Frauen und Mädchen. "It is a great lie by BMF to the world", zitiert die Borneo Post den Minister.
Seit der Bruno Manser Fonds im September 2008 eine Reihe von Fällen sexueller Gewalt von Holzarbeitern gegen Penan-Frauen aufgedeckt hat, ist die Basler Regenwaldschutz-Organisation verbalen Angriffen von malaysischen Offiziellen ausgesetzt. So bezeichnete Malayias oberster Polizist, Inspector General of Police Musa Hassan, den Bruno Manser Fonds als "unkooperativ" und machte ihn für das Scheitern einer polizeilichen Untersuchung verantwortlich. Hassan erhob diese Vorwürfe, ohne dass die malaysische Polizei den Bruno Manser Fonds je kontaktiert hatte.
Am 27. November 2008 unterbreitete der Bruno Manser Fonds der malaysischen Polizei einen vertraulichen Bericht über sexuelle Gewalt von Holzarbeitern der Firmen Interhill und Samling gegen Penan-Frauen und Mädchen im Einzugsgebiet des Baram-Flusses. Eine Kopie des Berichts ging an den UNO-Sonderberichterstatter für die Menschenrechte der indigenen Völker und an die malaysische UNO-Botschaft in Genf. Trotz Nachfrage haben die malaysischen Behörden den Eingang des Berichts bisher nicht bestätigt.
(15. Dezember 2008)

