Bedrohte Regenwaldsprachen - Experten schlagen Alarm

Mit der Abholzung der Regenwälder drohen auch Sprache und Kultur der Regenwaldvölker für immer zu verschwinden. Bild: Penan-Nomade beim Anfeuern ohne Streichhölzer (Copyright: BMF)
"Wir sprechen heute über Verluste an Biodiversität und Artensterben, aber das Sterben von Sprachen und Kulturen wird noch viel zu wenig wahrgenommen", sagt der kanadische Linguist und Anthropologe Ian Mackenzie, der Anfang Mai in Basel auftreten wird. "Das Thema der aussterbenden Sprachen dringt erst allmählich ins öffentliche Bewusstsein".
Mackenzie erforscht seit über 15 Jahren die Sprache des Volks der Penan, mit dem Bruno Manser im Regenwald von Borneo lebte. Ergebnis seiner Forschung ist ein Wörterbuch mit derzeit rund 15'000 Begriffen aus der Sprache des bedrohten Regenwaldvolks. Die Penan kennen allein für Bäume und Waldpflanzen 2000 verschiedene Wörter.
"Mit den Sprachen der Regenwaldvölker droht ein einzigartiger Teil des kulturellen Erbes der Menschheit unwiederbringlich verloren zu gehen", sagt Lukas Straumann, Geschäftsleiter des Bruno Manser Fonds. "Die schriftliche Dokumentation dieser Sprachen ist eine wichtige und äusserst dringende Aufgabe." Wegen der zunehmenden Abholzung der tropischen Regenwälder sind weltweit eine grosse Zahl von indigenen Völkern vom Verlust ihrer Lebensgrundlagen und ihrer kulturellen Identität bedroht.
Ian Mackenzie wird am Samstag, den 9. Mai 2009, in Basel über seine Arbeit reden (16.30h, Aula der Museen, Augustinergasse 2). Der Bruno Manser Fonds präsentiert an diesem Tag den kanadischen Fernsehfilm "Die letzten Nomaden im Dschungel Borneos" über Mackenzies Arbeit bei den Penan. Der kanadische Linguist und Anthroploge gilt als führender internationaler Experte für die bedrohte Regenwaldkultur.
Link zur Webseite von Ian Mackenzie
(2. April 2009)



