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Nach dem Versagen der ITTO: Ein neuer Ansatz zur Rettung der Regenwälder ist notwendig

Nach dem Versagen der ITTO: Ein neuer Ansatz zur Rettung der Regenwälder ist notwendig

"Die ITTO hat ihr Ziel aus den Augen verloren": Landrechtsanwalt Baru Bian und Nationalrätin Maya Graf an der ITTO-Konferenz auf dem Gurten (Bild: BMF)

Der heute auf dem Gurten bei Bern veröffentlichte Bericht der Internationalen Tropenholzorganisation ITTO zum Zustand der tropischen Regenwälder 2011 hält fest, dass weniger als 10% der Waldnutzung nachhaltig erfolgen. Der Bruno Manser Fonds und die Gesellschaft für bedrohte Völker kritisieren das Versagen der multilateralen Organisation in ihrer Kernaufgabe. Die beiden Organisationen fordern die Mitgliedsländer auf, die Rechte der indigenen Völker der Tropenwälder zu respektieren und griffigere Waldschutzmassnahmen zu ergreifen.

Die ITTO besteht aus den weltweit wichtigsten Produzenten- und Konsumentenländern von Tropenholz, darunter der Schweiz. Sie wurde 1986 mit dem Ziel gegründet, die Nutzung der Tropenwälder bis zum Jahr 2000 nachhaltig auszurichten. Sie präsentiert heute ihre grundsätzliche Analyse zum Zustand der Bewirtschaftung der tropischen Regenwälder.

„Es ist schockierend, dass die ITTO zugeben muss, dass weniger als 10% der Tropenwälder nachhaltig genutzt werden,“ sagte Nationalrätin Maya Graf (Grüne BL). „Die ITTO hat das Ziel aus den Augen verloren. Sie vernachlässigt Kernursachen der Entwaldung wie die Korruption und die mangelnde Mitsprache der indigenen Völker an der Waldnutzung.“

Landrechtsanwalt Baru Bian aus dem malayischen Bundesstaat Sarawak rief die ITTO dazu auf, die Frage der indigenen Landrechte nicht länger zu ignorieren.

Lukas Straumann vom Bruno Manser Fonds (BMF) betonte, dass im Fall von Sarawak die riesigen Holzressourcen vor allem die Familie des Regierungschefs reich gemacht haben. „Regierungschef Taib Mahmud wurde durch die schrankenlose Ausbeutung der Wälder von Sarawak Milliardär, während die indigenen Völker mit den negativen Folgen der zerstörerischen Waldnutzung leben müssen“, sagt Straumann.

Vor kurzem hat die Eidgenössische Finanzaufsicht FINMA dem Bruno Manser Fonds mitgeteilt, dass sie Abklärungen zu allfälligen Potentatengeldern von Taib Mahmud in Schweizer Banken treffen werde.

„Die ITTO darf nicht mehr tolerieren, dass ihre Mitgliedsländer die Mitspracherechte der indigenen Waldvölker an der Waldnutzung missachten“, sagt Christoph Wiedmer von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). „Die meisten Länder stimmten der UNO-Deklaration für die Rechte Indigener Völker im Jahre 2007 zu. Doch die Mitgliedsländer der ITTO ignorieren weiterhin ihre Verpflichtung, die Rechte der Waldvölker zu respektieren.“

Der BMF und die GfbV fordern die ITTO-Produzentenländer auf, die Rechte der indigenen Waldgemeinschaften vollumfänglich zu respektieren, die Bestrebungen zur Beendung der tropischen Waldzerstörung zu verstärken und eine verbesserte Regierungsführung und die Bekämpfung der Korruption anzugehen. Konsumentenländer sollen sicherstellen, dass nur noch legales und nachhaltig produziertes Holz importiert werden.

(7. Juni 2011)

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«Unser Widerstand begann 1987 am Limbang-Fluss, setzte sich später am Tutoh fort und erreichte in den 1990er-Jahren den Baram.»
 


by moxi