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Kartierung der Penan-Regenwälder auf Borneo

„Community Mapping“: Karten für die Identität und für Landrechtsklagen

Um vor Gericht Landrechte einfordern zu können, brauchen die Penan Karten, welche die Nutzung ihrer Gebiete und die Grenzen ihrer Territorien dokumentieren. Für die Herstellung dieser Beweismittel unterstützt der Bruno-Manser-Fonds die Penan mit moderner Technik. Die Kartierung erfolgt mittels GPS-Geräten (Global Positioning System): Speziell ausgebildete Kartier-Teams aus verschiedenen Dörfern erfassen Gemeindegrenzen und kulturelle Stätten wie zum Beispiel Gräber, ehemalige Siedlungen und Jagdgebiete. Anschliessend werden die Daten auf Karten dargestellt und mit Satellitenbildern verglichen. Jetzt zeigt sich, wo die Holzfirmen Strassen in den Penan-Urwald gehauen haben und wo der Wald noch intakt ist.
Dank finanzieller Unterstützung durch eine Privatperson ist es möglich, immer mehr Dörfer zu kartieren. Nomaden-Häuptling Along Sega erzählt: „Wir brauchen die Karten für die Verhandlungen mit der Regierung und mit Leuten von aussen, die in unser Gebiet kommen. Die Karten sind für die Leute, die unser Land nicht kennen.“

Geschichtlicher und rechtlicher Hintergrund

Nach malaysischem Recht müssen Indigene, die Landrechte beanspruchen, Beweise vorlegen, dass sie das Gebiet bereits vor 1958 genutzt haben. Für eine Kultur, die kaum schriftliche Zeugnisse hinterlassen hat, ist dies keine einfache Aufgabe. Im Jahr 2001 anerkannte ein Gericht in Sarawak in einem Präzedenzfall erstmals, dass sich indigene Landrechte auch über Urwaldgebiete erstrecken können. Dies gibt den Penan Hoffnung auf Anerkennung ihrer Ansprüche.

Erste Erfolge

Bereits sind die Gebiete von 19 Dörfern und nomadischen Gruppen kartiert - eine Fläche von 2'550 Quadratkilometern. Vier Dörfer haben 1998 einen Gerichtsfall eingereicht, der bis heute hängig ist, zwei weitere Penan-Gruppen sind dabei, Landrechtsklagen gegen die Regierung von Sarawak und mehrere Holzfirmen vorzubereiten. Auch wenn der juristische Kampf noch nicht ausgefochten ist, so lässt sich doch ein erster wichtiger Erfolg feststellen: Der Holzschlag im Gebiet der hängigen Klage ist weitgehend gestoppt.

Der weite Weg zur Landrechtsklage

Um vor Gericht erfolgreich zu sein, sind gute Beweise unerlässlich. Deshalb tragen die Penan in Zusammenarbeit mit dem Bruno-Manser-Fonds Zeugnisse für ihre jahrhundertelange Anwesenheit im Wald zusammen. Sowohl ältere Penan als auch Wissenschaftler, Missionare und Beamte der ehemaligen britischen Kolonialverwaltung von Sarawak bezeugen, dass die beanspruchten Gebiete schon lange vor 1958 von den Penan bewohnt wurden. Eine ethnobotanische Studie des Bruno-Manser-Fonds soll zeigen, dass die Penan die Bäume in ihren Waldgebieten schon seit Menschengedenken nutzen - zum Beispiel für die Herstellung von Blasrohren.

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«Bitte macht unsere Probleme in der ganzen Welt bekannt, damit alle wissen, wie die Situation für uns Penan in Malaysia ist.»
 
by moxi