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Eine urwaldfreundliche Schweiz ist möglich

Eine urwaldfreundliche Schweiz ist möglich
Hintergründe
Im Herbst 1997 rief Bruno Manser alle Gemeinden in der Schweiz dazu auf, bei öffentlichen Bauten auf Holz aus Raubbau zu verzichten und stattdessen einheimische Hölzer zu verwenden. Hinter dem Appell standen Mansers Erfahrungen mit der zerstörerischen Holzwirtschaft in Südostasien und anderen tropischen Regionen. An dieser Situation hat sich bis heute kaum etwas geändert. Nach wie vor verschwindet alle zwei Sekunden ein Stück Urwald so gross wie ein Fussballfeld: in Brasilien, Chile, Indonesien, Kanada, Nordeuropa und Russland. Mit dem Urwald verschwinden Tier- und Pflanzenarten, zahlreichen indigenen Völkern wie den Penan in Sarawak wird die Lebensgrundlage entzogen. Global trägt die Abholzung zur Klimaerwärmung bei.

Eine wichtige Ursache der Urwaldzerstörung ist unser Konsumverhalten: Urwaldholz findet sich in alltäglichen Gegenständen wie Sperrholzplatten, Türen, Kopier- und WC-Papier. So gehen 42% der weltweiten Abholzung auf das Konto der Papierindustrie, ein Grossteil des Holzes stammt aus naturnahen Wäldern oder Urwäldern.

Das Projekt urwaldfreundliche Gemeinden setzt hier an und fordert die Schweizer Gemeinden auf, bei ihrem Holz- und Papierkonsum auf Urwaldfreundlichkeit zu achten. Bis jetzt haben sich über 600 der 2730 Gemeinden der Aktion angeschlossen.

Inhalte
Urwaldfreundliche Gemeinden, oft Träger grosser Bauvorhaben, verzichten auf Tropenholz und verwenden für ihre Bauten und Büromöbel Holz aus einheimischen Wäldern und aus dem benachbarten Ausland. Andernfalls wird ausschliesslich Holz mit dem FSC-Zertifikat verwendet – dieses Label stellt sicher, daß das Holz aus ökologisch und sozial nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt.

Da konventionelles Frischfaserpapier oft Zellstoff aus der Zerstörung von Urwäldern – vor allem aus nordischen Ländern - enthält, verwenden urwaldfreundliche Gemeinden hauptsächlich Recyclingpapier, oder, wenn es hochweißes Papier sein muß, FSC-zertifiziertes Papier. Weiters achten sie darauf, generell ihren Papierkonsum einzuschränken.

Erfahrungen
Die Gemeinden selber tragen gerne zum Urwaldschutz bei – zumal die Umstellung kein großer Aufwand ist und sie durch die Umstellung auf Recyclingpapier sogar Kosten sparen. Da viele Gemeinden Waldbesitzer sind, ist auch die Verwendung einheimischen Holzes in ihrem Interesse.

Unterstützung durch den FUPS
Bei der Umsetzung werden die Gemeinden durch den BMF und im Mandat vom Förderverein für umweltverträgliche Papiere und Büroökologie (FUPS) unterstützt. So können beispielsweise verschiedene Dokumente mit Ratschlägen und Vorlagen sowie die 4x jährlich erscheinende Zeitschrift „urwald-info“ im Internet herunter geladen werden.

E-Mail: urwaldfreundlich@bmf.ch
Website: www.urwaldfreundliche-gemeinde.ch

Im Auftrag des Bruno-Manser-Fonds:
FUPS - Förderverein für umweltverträgliche Papiere und Büroökologie Schweiz
Tel: 071 911 16 30

E-Mail: info@fups.ch oder urwaldfreundlich@bmf.ch
Website: www.fups.ch

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«Weil ich an der Blockade teilnahm, wurde ich zwei Mal verhaftet. Unser Problem ist, dass die Holzgesellschaften immer wieder zurück kommen.»
 


by moxi