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  Bruno-Manser-Fonds
  Heuberg 25
  CH-4051 Basel
  Tel. +41 61 261 94 74
  Fax +41 61 261 94 73

  E-Mail:info@bmf.ch
  Letzte Änderung: 12.09.2002
 

BMF - Gemeindekampagne Schweiz

Medienmitteilung vom Bruno-Manser-Fonds und von Greenpeace (12.09.02)

Der konkrete Beitrag der 3000 Schweizer Gemeinden zur
Lokalen Agenda 21 nach dem UNO-Erdgipfel von Johannesburg

Start der Aktion «Urwaldfreundliche Gemeinde»


Zehn Jahre nach Rio und einige Tage nach dem Erdgipfel von Johannnesburg fordern der Bruno-Manser-Fonds und Greenpeace von den Schweizer Gemein-den konkrete lokale Massnahmen für den globalen Urwaldschutz im Rahmen der Lokalen Agenda 21. Aus diesem Grund starten die beiden Organisationen heute die Aktion «Urwaldfreundliche Gemeinde» und rufen alle 2865 Schweizer Gemeinden auf, möglichst bald «urwaldfreundlich» zu werden.

«Urwaldfreundlich» bezeichnet konkretes, lokales Handeln in der Schweiz für den dringend notwendigen Schutz der letzten grossen Urwaldgebiete, meint Greenpeace-Vertreter Kuno Roth. Eine «urwaldfreundliche Gemeinde» verzichtet deshalb bei öffentlichen Bauten und bei der Beschaffung auf Holz und Holzprodukte aus Raubbau. Sie verwendet stattdessen FSC-zertifiziertes Holz und/oder Holz aus der Schweiz oder dem benachbarten Ausland. Zudem setzt sie in der Verwaltung wann immer möglich Recyclingpapier ein und bemüht sich um eine generelle Senkung des Papier-verbrauchs.

Konventionelles weisses Papier steht grundsätzlich unter dem Verdacht, urwaldschädigend zu sein. 17 Prozent des welt-weiten Holzverbrauchs wird für die Papierherstellung verwendet und stammt unter anderem auch aus Urwäldern. Der Kanton Genf hat vorgezeigt, dass die Verwaltung ohne konventionelles weisses Papier bestens funktioniert. Wie der Genfer Chefbeamte Daniel Chambaz erläuterte, ist heutiges Recyclingpapier weissen Billigpro-duk-ten nicht nur bezüglich Ökobilanz sondern auch in der Qualität überlegen. Zudem spart der Kanton Genf mit der vor einem Jahr eingeführten Papierverordnung jährlich rund 200'000 Franken.

Edith Olibet, Direktorin für Bildung, Umwelt und Integration der Stadt Bern, sagte an der Medienkonferenz, dass Kinder und Jugendliche ein besonderes Recht auf nachhaltige Entwicklung haben. Schliesslich geht es um ihre Zukunft. Die Stadt Bern fördert deshalb «urwaldfreundliche Schulen» und geht selber mit gutem Beispiel voran: «Die urwaldfreundliche Schule braucht eine Materialzentrale mit urwaldfreundlichen Beschaffungsrichtlinien». Laut Olibet fordert deshalb die
Stadt Bern derzeit bei ihren Lieferanten einen Herkunftsnachweis für das Holz der Sportgeräte, Pulte und Möbel an.

Bis heute sind 306 Schweizer Gemeinden und 6 Kantone (AR, AI, BS, SZ, SO, SG) dem ersten, 1997 von Bruno Manser verfassten Gemeindeaufruf gefolgt und verzichten bei öffentlichen Bauten auf Holz aus Raubbau. Darunter auch die Stadt Zug. John Künzli, Sekretär des Bruno-Manser-Fonds, überreichte der Zuger Stadträtin Vreni Wicky stellvertretend für alle übrigen 306 Gemeinden eine Anerkennungsplakette. Mit der Aktion «Urwaldfreundliche Gemeinde» möchten der Bruno-Manser-Fonds und Greenpeace die Zahl der «urwaldfreundlichen Gemeinden» zumindest verdoppeln.

Informationen und Unterlagen unter www.urwaldfreundlich.ch

Kontakt: Bruno-Manser-Fonds, Urwaldfreundliche Gemeinde, Heuberg 25, 4051 Basel, Tel 061 261 94 74, Fax 06 261 94 73, courriel urwaldfreundlich@bmf.ch


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