BMF - Gemeindekampagne Schweiz

Medienmitteilung vom
Bruno-Manser-Fonds und von Greenpeace (12.09.02)
Der konkrete Beitrag der 3000 Schweizer Gemeinden zur
Lokalen Agenda 21 nach dem UNO-Erdgipfel von Johannesburg
Start der Aktion «Urwaldfreundliche
Gemeinde»
Zehn Jahre nach Rio und einige Tage nach dem Erdgipfel von Johannnesburg
fordern der Bruno-Manser-Fonds und Greenpeace von den Schweizer
Gemein-den konkrete lokale Massnahmen für den globalen Urwaldschutz
im Rahmen der Lokalen Agenda 21. Aus diesem Grund starten die beiden
Organisationen heute die Aktion «Urwaldfreundliche Gemeinde»
und rufen alle 2865 Schweizer Gemeinden auf, möglichst bald
«urwaldfreundlich» zu werden.
«Urwaldfreundlich» bezeichnet konkretes, lokales Handeln
in der Schweiz für den dringend notwendigen Schutz der letzten
grossen Urwaldgebiete, meint Greenpeace-Vertreter Kuno Roth. Eine
«urwaldfreundliche Gemeinde» verzichtet deshalb bei
öffentlichen Bauten und bei der Beschaffung auf Holz und Holzprodukte
aus Raubbau. Sie verwendet stattdessen FSC-zertifiziertes Holz und/oder
Holz aus der Schweiz oder dem benachbarten Ausland. Zudem setzt
sie in der Verwaltung wann immer möglich Recyclingpapier ein
und bemüht sich um eine generelle Senkung des Papier-verbrauchs.
Konventionelles weisses Papier steht grundsätzlich unter dem
Verdacht, urwaldschädigend zu sein. 17 Prozent des welt-weiten
Holzverbrauchs wird für die Papierherstellung verwendet und
stammt unter anderem auch aus Urwäldern. Der Kanton Genf hat
vorgezeigt, dass die Verwaltung ohne konventionelles weisses Papier
bestens funktioniert. Wie der Genfer Chefbeamte Daniel Chambaz erläuterte,
ist heutiges Recyclingpapier weissen Billigpro-duk-ten nicht nur
bezüglich Ökobilanz sondern auch in der Qualität
überlegen. Zudem spart der Kanton Genf mit der vor einem Jahr
eingeführten Papierverordnung jährlich rund 200'000 Franken.
Edith Olibet, Direktorin für Bildung, Umwelt und Integration
der Stadt Bern, sagte an der Medienkonferenz, dass Kinder und Jugendliche
ein besonderes Recht auf nachhaltige Entwicklung haben. Schliesslich
geht es um ihre Zukunft. Die Stadt Bern fördert deshalb «urwaldfreundliche
Schulen» und geht selber mit gutem Beispiel voran: «Die
urwaldfreundliche Schule braucht eine Materialzentrale mit urwaldfreundlichen
Beschaffungsrichtlinien». Laut Olibet fordert deshalb die
Stadt Bern derzeit bei ihren Lieferanten einen Herkunftsnachweis
für das Holz der Sportgeräte, Pulte und Möbel an.
Bis heute sind 306 Schweizer Gemeinden und 6 Kantone (AR, AI, BS,
SZ, SO, SG) dem ersten, 1997 von Bruno Manser verfassten Gemeindeaufruf
gefolgt und verzichten bei öffentlichen Bauten auf Holz aus
Raubbau. Darunter auch die Stadt Zug. John Künzli, Sekretär
des Bruno-Manser-Fonds, überreichte der Zuger Stadträtin
Vreni Wicky stellvertretend für alle übrigen 306 Gemeinden
eine Anerkennungsplakette. Mit der Aktion «Urwaldfreundliche
Gemeinde» möchten der Bruno-Manser-Fonds und Greenpeace
die Zahl der «urwaldfreundlichen Gemeinden» zumindest
verdoppeln.
Informationen und Unterlagen unter
www.urwaldfreundlich.ch
Kontakt: Bruno-Manser-Fonds, Urwaldfreundliche Gemeinde, Heuberg
25, 4051 Basel, Tel 061 261 94 74, Fax 06 261 94 73, courriel urwaldfreundlich@bmf.ch
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