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Bruno Manser Fonds Aktualisierung 2003-01-16 |
Tong Tana, Dezember 2002Zeitung des Bruno Manser Fondszu den Themen Regenwald, Indigenenrechte und Holzhandel
Inhaltsverzeichnis
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Die postmoderne Gesellschaft definiert ihr Wohlbefinden zur Hauptsache über ihre Kauf- und Konsumkraft. Sie fordert ultimativ die Produktion ständig neuer Güter zur Befriedigung ihrer Begierden – bei gleichzeitiger Stillegung eigener Produktionstätten. Die moralfreie, postmoderne Gesellschaft verdammt damit grosse Teile der Menschheit zu Perspektivlosigkeit und Ohnmacht. Die Verlegung der Produktion in sogenannte "Entwicklungsländer" verhindert geradezu eine gesunde, organische - eben nachhaltige - Entwicklung der Gesellschaften dieser Länder. Wenn die postmoderne Gesellschaft seine Interessen nicht durch Verträge, Sanktionen und Erpressung durchsetzen kann, greift sie hemmungslos zur Gewalt, wie der Krieg zeigt, der heute ums letzte, systemerhaltende Erdöl tobt.
Eine Periode wirtschaftlicher Rezession, wie wir sie momentan erleben, hat den positiven Effekt, dass das unselige System der Abhängigkeiten und Komplizenschaften ans Licht kommen - und die Errungenschaften der Zivilisation sich als gigantischer Popanz entpuppen.
Am 19. November 2002 wurden 247 Indonesier von der Polizei Sarawak‘s nach Kalimantan
eskortiert. Die ArbeiterInnen fanden sich plötzlich arbeitslos, nachdem
der ausländische Besitzer von 3 bankrotten Sperrholz- und Möbelfabriken
abgehauen ist. Die Indonesier arbeiteten seit Jahren in den Fabriken und erhielten
Löhne in der Höhe von monatlich 150 Franken.
Viele von Sarawaks Ureinwohnern weigern sich heute noch, zu so schlechte Bedingungen zu arbeiten. Noch, denn Tag für Tag wird ihr eigenes, nachhaltiges Wirtschaftssystem mit politischem Segen und internationaler Finanzierung von globalisierten Unternehmen mit Hilfe billiger Taglöhnern zerstört. Bald bleibt auch ihnen, die seit Jahrhunderten und Jahrtausenden unabhängig und frei lebten, kein anderer Ausweg, als Selbstachtung, Kultur und Wissen aufzugeben und sich als Lohnsklaven zu verdingen.
Es sei denn, die negative Wirtschaftslage halte an. Für die Penan und viele andere indigene Völker ist die Wirtschaftsdepression ein Segen, da wegen mangelnder Nachfrage auch die Bulldozer und Kettensägen schweigen - und die Gastarbeiter, diese ständig wachsende und doch so leicht manipulierbare Masse der Entrechteten, nach Hause gekarrt werden.
Auch für die postmoderne Gesellschaft ist die Krise eine Chance. Schon so lange suhlen wir uns in der sogenannten Zivilisation, dass wir deren schleichenden Niedergang nicht bemerken (wollen). Wenn aber am Anfang des Zivilisierungsprozesses die Gesellschaften der Jäger und Sammler, der Hirten und Bauernvölker standen, deren funktionierende Modelle diese Entwicklung überhaupt erst möglich gemacht haben, so zeichnet sich immer deutlicher ab, was uns am Ende des Entzivilisierungsprozesses erwartet: Entsolidarisierung, Gewalt, Klassentrennung und die Flucht vor der totalen Sinnlosigkeit in sinnlosen Zynismus.
Nicht im konventionellen Sinne religiös verliess sich Bruno Manser auf seine eigenen Erfahrungen, sein eigenes Herz, seinen eigenen Glauben. Als er Ende der 80er Jahre erstmals den Batu Lawi bestieg, fand er sich in der Steilwand plötzlich in einer scheinbar aussichtslosen Situation wieder: Er steckte fest, ohne jede Abstiegsmöglichkeit. Bruno betete – und wurde erhört. Schon resigniert fand er am folgenden Morgen Ausrüstungsteile einer früheren Erkletterung, drehte sie zu einem Strick und entkam dem Tod aus grösster Not. Das Gebet, das er zu Himmel und Erde schickte, handelt von unserer Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und allem Lebendigen. Nur die Solidarität führt aus der Dunkelheit, und nur gemeinsam können wir Bruno‘s Arbeit weiterführen. Das BMF-Team wünscht Ihnen, Ihren Lieben und uns Allen zusammen frohe Festtage und ein gutes neues Jahr!
John Künzli & BMF-Team
Du Schöpferkraft,
wo Lääbe schafft,
füehr Du uns hütte uf em Wäg.
Loss Du unseri Seel
in Liebi zu allne Wäse uf dere Aerde wandle.
Wo Schmärz, do lindere Du!
Wo Hunger, do schtill Du!
Wo Schtryt, do schlicht Du!
Du,
mir alli mitenand.

Im August führte Erich Manser zusammen mit Penan eine weitere, leider ergebnislose Suche zum Batu Lawi durch. Das Schicksal von Bruno ist nach wie vor unbekannt.

Auf dieser Suchexpedition wurde eine Gedenktafel in Penan-Sprache am Batu Lawi angebracht: Deine Liebe lebt - wir werden Dich nie vergessen!
von Community Reporters, Sarawak, ergänzt von jk
Im Kampf um ihre Rechte verklagen die Penan vom Oberlauf des Baram-Flusses die Holzfirma Samling und die Regierung von Sarawak. Der Prozess enthüllt die schmutzige Taktik des Tropenholz-Multis Samling, der mit allen Mitteln versucht, verschiedene Dayak-Völker gegeneinander auszuspielen, um den Verlauf der Anhörungen zu stören.
Die vier Penan-Siedlungen Long Kerong, Long Sepigen, Long Sait und Long Ajeng fordern ihre Land- und Gewohnheitsrechte ein und verklagen die Regierung, illegalerweise Abholz-Lizenzen über ihre Territorien ausgegeben zu haben. Sowohl die Regierung als auch Samling sprechen den Penan jegliche Landrechte ab und beharren auf dem Standpunkt,
Die Regierung von Sarawak bittet das Hohe Gericht, den Klägern keinesfalls die ersuchte Rechtshilfe zu gewähren. Samling möchte die Penan darüberhinaus für die Zerstörung von Infrastruktur und Maschinen belangen, obwohl die meisten Täter unbekannt und tatsächlich angeklagte Penan vor Gericht freigesprochen worden sind.
Die Anhörung wurde vertagt
Der Prozess, der erstmals die Landrechte der Penan thematisiert, wurde am 24. September eröffnet. Viele Penan-Gemeinden sandten zur Unterstützung Vertretungen nach Miri. Zur grossen Enttäuschung aller verlangte die Verteidigung die Aufnahme von drei weiteren Anträgen, weshalb die Anhörung nach einer halben Stunde auf Mitte Januar 2003 vertagt werden musste. Hauptsächlich geht es um die zwei in Nachbarschaft zu den Penan lebenden Kenyah-Gemeinden Long Semiang und Lio Mato, die den Antrag stellten, als Verteidiger von Samling zugelassen zu werden.
Die anwesenden Penan fielen aus allen Wolken und auch das Gericht war verblüfft über diese seltsame Entwicklung. Der Anwalt, der den Antrag der Kenyah präsentierte, erklärte die "Überraschung" damit, dass die Kenyah erst kürzlich von Samling über die Penan-Klage informiert worden waren. Da das Land, das die Penan beanspruchen, jedoch den Kenyah von Long Semiang und Lio Mato gehöre, hätten sie sich auf die Seite der Holzfirma geschlagen.
Vom Richter darauf angesprochen, bestritt jedoch sowohl der Anwalt von Samling als auch der Vertreter der Regierung, jegliche Landrechtsansprüche der Kenyah. Es war der Anwalt der Penan, der dem Richter erklärte, er glaube sehr wohl, dass die beiden Kenyah-Siedlungen Land- und Gewohnheitsrechte in und um ihre Dörfer besitzen. Allerdings bezweifelte er, dass diese Ansprüche sich bis über das von den Penan eingeforderten Gebiet erstrecken.
Warum stellen sich die Kenyah hinter die Regierung und Samling, obwohl ihnen klar jede Landrechte abgesprochen werden? Das ergibt nur dann einen Sinn, wenn man die Anträge als taktische List betrachtet, mit dem einzigen Ziel, den Prozess zu sabotieren.

Die Penan vom oberen Baramgebiet wollen keine Holzindustrie auf ihren Territorien, und wenn sie noch so "schonend" stattfindet. Ablehnung des Samling-Projektes "FOMISS" im Jahre 1999.

Seit Jahrzehnten macht Samling Co. den Penan das Leben am Baramfluss schwer: Strassenbau im letzten Rückzugsgebiet der Nomaden vom Limbangfluss.
Im August 2002 besuchte eine Samling-Delegation die drei Kenyah-Dörfer Long Tungan, Long Semiang und Lio Mato, um die Kenyah davon zu überzeugen, dass ihnen die Penan ihr Land stehlen wollten. Mit der falschen Behauptung, dass die Kenyah aus dem Gebiet verschwinden müssten, sollte die Klage der Penan erfolgreich sei, drohte Samling mit der Einsellung der von Samling jährlich geleisteten "Goodwill"-Zahlungen. Nur wenn die Kenyah Samling gegen die Forderungen der Penan unterstützen, würden diese Zahlungen weiterhin geleistet.
Am 2. September 2002 reiste der Dorfchef von Long Tungan in die Hauptstadt Kuching an ein Treffen mit dem Anwalt von Samling. Der Anwalt garantierte die Fortsetzung der "Goodwill"-Zahlungen - wenn die Kenyah bereit sind, das zu tun, was von ihnen verlangt wird. Er legte dem Kenyah-Vertreter mehrere Dokumente zur Unterzeichnung vor. Bei diesen Dokumenten handelte es sich um eine eigentliche Generalvollmacht für Samling, im Namen der Kenyah gegen die Klage der Penan vorgehen zu dürfen.
Daneben wurde ihnen auch das 1993 unterzeichnete "Goodwill"-Abkommen vorgelegt, in dem sich die Kenyah verpflichten, Samling ungehindert Holz in den drei "Dorf-Territorien" schlagen zu lassen. Für dieses "Stillhalte-Abkommen" zahlte Samling von 1994 bis 2013 jährlich 2'187 US$ an die 67 Familien von Long Tungan, 1'297 US$ an die 52 Familien von Lio Mato und 1'305 US$ an die 40 Familien von Long Semiang.
An diese "Goodwill"-Zahlungen ist des Weiteren ein Verzicht der Kenyah auf eigene Landrechte gekoppelt - obwohl Samling den Kenyah und den Penan von vorneherein jegliche Ansprüche abspricht. Damit sicherte sich Samling für jährlich knapp 50 Schweizer Franken pro Kenyah-Familie das Recht, die "Dorf-Territorien" während 20 Jahren abzuholzen.
Das Dorf-Komitee von Long Tungan hatte sich aber mit den Penan von Long Sait, Long Sepigen und Long Kerong bereits besprochen und kannte die Absichten der Penan. So teilte der Dorfchef den Anwälten von Samling mit, dass Long Tungan das üble Spiel nicht mitmachen werde, denn "es wäre nicht korrekt, im Namen aller Gemeindemitglieder eine so weitreichende Blanko-Vollmacht für Samling auszustellen für eine Sache, die ausschliesslich den Interessen Samlings dient". Die Kenyah merkten, dass es falsch wäre, Partei zu ergreifen - erst recht vor Gericht - und weigerten sich, die von Samling vorbereiteten Verträge zu unterzeichnen. Auch bezeichneten sie einige Passagen der eidesstattlichen Erklärung der beiden anderen Kenyah Dörfer Lio Mato und Long Semiang, welche die Verträge allesamt unterzeichnet hatten, als falsch oder irreführend.
Penan und Kenyah rücken zusammen
Die delegierten Kenyah von Long Tungan und die Penan der benachbarten Siedlungen Long Sait, Long Kerong und Long Sepigen stimmten darin überein, dass beide Volksstämme zusammenarbeiten müssen um weiterhin friedlich zusammenzuleben und die Ausübung der gemeinsamen Gewohnheitsrechte auch in Zukunft sicherzustellen.
Der Mut und das weise Handeln der Kenyah von Long Tungan verdient unser grösstes Lob. Es war ihnen bewusst, dass ihr Entscheid, im Gegensatz zu Lio Mato und Long Semiang nicht bei der abgekarteten Sache gegen die Penan mitzumachen, Samling wütend machen würde. Als Samling ankündigte, die "Goodwill"-Zahlungen schon dieses Jahr einzustellen, wechselten doch noch einige der Bewohner von Long Tungan die Fronten. Die Spannung und der Zwist, der das Dorf nun spaltet, ist ganz im Sinne der Holzfirma.
Samling ist jedes Mittel recht, um ihre Interessen durchzusetzen; diese Firma scheut vor keiner Unmenschlichkeit zurück, sät Zwietracht und Rivalität unter den eingeborenen Völkern und muss verdammt werden für solch skrupellose Machenschaften, die jeder Gerechtigkeit höhnen. Das Gericht war sicherlich nicht vorbereitet auf ein derart unmoralisches und unehrliches Vorgehen seitens Samling, das einzig darauf abzielt, den Prozess zu verzögern und zu blockieren.
Um die vor Verachtung strotzende Taktik Samlings zu kontern, haben die Penan eine eidesstattliche Gegenerklärung eingereicht, komplettiert durch die Dokumente, die den Kenyah von Samling zur Unterzeichnung vorgelegt worden waren. Die Hoffnung, dass das Gericht die Motive von Samling erkennt, die neuen Anträge ablehnt und die Rechtmässigkeit der Forderung der Penan anerkennt, scheint berechtigt.

Mit Bulldozern gegen den Regenwald, mit Tränengas gegen die Penan. Samling kennt keine Rücksicht und ...

... kann auf die Hilfe von Polizei und Militär zählen, um den Widerstand der Penan zu brechen.
jk - Auch wenn es der führenden Elite Sarawak‘s überhaupt nicht passt: Karten spielen beim Erstreiten von Landrechten eine Schlüsselrolle, sowohl bei der Identifizierung der Territorialgrenzen als auch zur Untermauerung der Rechtmässigkeit der Ansprüche.
Einfache Karten der Art, wie sie der 1998 eingereichten Klage beigelegt war, fabrizierten die Penan bereits Anfang der 90er Jahre. Damals begannen Gerichte rund um die Welt auf Grundlage solcher Karten den indigenen Völker ihr Land zurückzugeben.
In der Folge kam die Kartierung der Penan-Territorien aber nur schleppend voran. Als im Mai 2001 das Hohe Gericht erstmals Karten als Beweise anerkannte, baten die Penan, dieses Projekt, gerade hinsichtlich der Klage der 4 Penandörfer.
Die Kartierung ist sowohl personell als auch finanziell ein aufwändiges Projekt. Neben der Schulung der Penan für die Feldarbeiten (ein Mix diverser Techniken) und Befragung der Gemeindemitglieder galt es auch, talwärts die notwendige Infrastruktur zu schaffen. Ein grösseres Büro wurde gemietet und temporäre Assistenten beigezogen, auch Hard- und Software mussten auf einen vernünftigen Stand gebracht und die Voraussetzungen für eine effiziente Kommunikation in Sarawak geschaffen werden. Praktisch sämtliche Arbeiten werden von den Penan in Eigenregie erledigt. Erfahrene Experten aus dem Ausland führen lediglich Workshops und Kontrollen durch. Die Resultate der Kartierungteams werden regelmässig von lokalen Rechtsanwälten sowie lokalen und internationalen Experten auf Stichhaltigkeit, Mängel oder Lücken geprüft, und die Schulungen entsprechend angepasst. Sämtliche beteiligten Parteien werden für ihre Leistungen entlöhnt. Daneben fallen vor allem die Gerichtskosten sowie die kostspielige lokale und internationale Reisen ins Gewicht. Auch die Kommunikation per Satellitentelephon ist teuer, hat sich aber gerade bei der Entwicklung rund um den Gerichtsfall als wertvoll erwiesen.
Gemeinsam mit dem von den Penan gewählten Vertreter hat der BMF Anfang 2002 ein Projekt ausgearbeitet, das die Kartierung von 16 Siedlungen im Quellgebiet des Baramflusses sowie 8 Nomadenterritorien umfasst. Das Projekt wurde auf 650'000 Franken veranschlagt, was die Möglichkeiten des BMF übersteigt. Glücklicherweise stiessen wir bei der vom Basler Galeristen Ernst Beyeler im November 2001 gegründeten Stiftung "KUNST FÜR DEN TROPENWALD" auf Gehör und reichten per Ende Juni 2002 einen formellen Antrag zur Finanzierung dieses Projektes ein. Das Gesamtprojekt ist in 9 Phasen unterteilt, wobei Phase 1 (laufender Gerichtsfall der 4 Siedlungen) bereits Anfang 2002 begann und mittlerweile abgeschlossen ist. Phase 2 und 3 haben die Kartierung von drei weiteren Siedlungen, respektive von zwei Nomadenterritorien zum Ziel. Für dieses Pilotprojekt (Phasen 1 - 3) haben wir - bei einem Eigenanteil von 26'000 Franken - insgesamt 150'000 Franken beantragt.
Obwohl die Stiftung "KUNST FÜR DEN TROPENWALD" weit mehr Gesuche erhielt als erwartet, entschied der Stiftungsrat im Oktober, das Projekt mit 120‘000 Franken zu unterstützen! Dieser Betrag ermöglicht, bei wenigen Abstrichen, die geplante Projektabwicklung, zumal das Beschreiten des Rechtsweges der Phasen 2/3 erst zu einem späteren Zeitpunkt ansteht.
Ausschlaggebend für die fortgesetzte Unterstützung (das gesamte Projekt soll Ende 2004 abgeschlossen sein) durch "KUNST FÜR DEN TROPENWALD" werden die Resultate des Pilotprojektes sein, was jährlich mehrere Reisen nach Sarawak notwendig macht.
Der Enthusiasmus der Penan, das Engagement der lokalen NGOs, die sich entwickelnde Kooperation unter den Dayak-Völkern sowie die Einschätzung der Rechtsanwälte und die jüngsten Gerichtsurteile sind aber positive Zeichen und stimmen zuversichtlich.
Der BMF bedankt sich im Namen der Penan und der ProjektpartnerInnen von Herzen bei Stiftungsgründer Ernst Beyeler und "KUNST FÜR DEN TROPENWALD"!
(à bald im Netz: www.kunstfuerdentropenwald.org)

Aus dem Gedächtnis zeichnen die Penan eine erstaunlich exakte Karte ihres Territoriums.

Danach werden mittels Kompass und Satellitentechnologie Sagohaine, Jagdgründe, Grabstätten und aufgegebene Hütten in die Karten eingetragen (Ausschnitt).
ch - Globaler Urwaldschutz bedeutet, lokal handeln, zum Beispiel im Rahmen der Lokalen Agenda 21. Mitte September starteten deshalb der Bruno-Manser-Fonds und Greenpeace Schweiz die Aktion "Urwaldfreundliche Gemeinde". Alle Schweizer Gemeinden wurden in einem Brief aufgefordert, einen aktiven Beitrag zum Urwaldschutz zu leisten und ihr Bau- und Beschaffungswesen "urwaldfreundlich" zu gestalten.
Täglich fallen 40'000 Hektaren Urwald dem Raubbau zum Opfer. Und zwar hauptsächlich dort, wo es noch ausgedehnte Urwälder hat, in Russland, Kanada, Brasilien, Indonesien und im Kongo.
Eine wichtige Ursache dieser Waldzerstörung ist unser kurzsichtiges Konsumverhalten: Urwaldholz findet sich in alltäglichen Gegenständen wie Sperrholzplatten, Türen, Kopier- und WC-Papier usw. Das muss nicht sein, weil es dafür "urwaldfreundliche" Alternativen gibt.
Urwaldfreundlich heisst: Verzicht auf Holz und Holzprodukte aus Raubbau. Stattdessen werden FSC-zertifiziertes Holz und/oder Holz aus der Schweiz oder dem benachbarten Ausland verwendet. Zudem wird wann immer möglich Recyclingpapier eingesetzt und eine generelle Senkung des Papierverbrauchs angestrebt.
Aufgrund der bisherigen Gemeindekampagne des Bruno-Manser-Fonds haben 306 Gemeinden und sechs Kantone bereits vor September 2002 verbindlich beschlossen, auf Holz aus Raubbau zu verzichten. Dem BMF war es wichtig diese früheren Bemühungen zum Schutz der Urwälder zu würdigen. Deshalb wurden diese Gemeinden speziell aufgefordert, als zusätzlichen Beitrag zum Waldschutz den Recyclingpapiereinsatz zu fördern und ihren Papierverbrauch zu senken, doch gelten sie auch ohne zusätzlichen Papier-Beschluss als "urwaldfreundlich".
Bis Anfangs Dezember haben 30 neue Gemeinden die Erklärung von BMF und Greenpeace unterzeichnet. Insgesamt sind es jetzt 326 "urwaldfreundliche Gemeinden" (siehe http://www.urwaldfreundlich.ch/index.php3?id=11). Im Februar 2003 werden alle diese Gemeinden mit einer schönen Anerkennungstafel ausgezeichnet werden.
Besuchen Sie www.urwaldfreundlich.ch
Mit grossem Einsatz hat Markus Holenstein, während seines Zivildienstes, für Greenpeace und Bruno-Manser-Fonds die Internetplattform www.urwaldfreundlich.ch konzipiert und realisiert. Hier finden Sie nicht nur die wöchentlich aktualisierte Liste der "urwaldfreundlichen Gemeinden", sondern alle wichtigen Neuigkeiten sowie zahlreiche Merkblätter.
Texte zur Aktion gibt es sogar auf Italienisch und Rätoromanisch unter www.urwaldfreundlich.ch/index.php3?id=6 !
Ist die Gemeinde bereits urwaldfreundlich (s. www.urwaldfreundlich.ch)? Wenn nicht, bei der Gemeindeverwaltung/-kanzlei anfragen, was mit der Anfrage (vom 12.09.2002) von BMF und Greenpeace geschehen ist.
Ist das Anliegen unbekannt? Dann nach einer zuständigen Person (z.B. Gemeindeschreiber, Umweltverantwortliche) fragen oder die Aktion kurz erklären und die Unterlagen nochmals schicken (lassen).
Ist die Anfrage in Bearbeitung? Dann weiter mit Schritt 2.
Wurde sie abgelehnt? Gibt es dafür einen formellen Beschluss des Gemeinderats oder -präsidenten? Wenn nicht, weiter bei Schritt 2 (evtl. 3). Wenn ja, einen Protokollauszug verlangen, studieren, und dann weiter wie Punkt 3.
Ist die Gemeinde dafür, möchte aber nicht formell "beitreten"? Einen Protokollauszug des entsprechenden Beschlusses verlangen und studieren. Vielleicht ist ja der Beschluss genügend gut, um die Gemeinde als "urwaldfreundlich" bezeichnen zu können. Wenn nicht, weitermachen wie Punkt 3.
Vor der Beratung im Gemeinderat, ein Gemeinderatsmitglied oder auch eine Ortspartei usw. auf das Thema ansprechen und für die Aktion zu gewinnen versuchen.
In kleinen Gemeinden kann man mit der Gemeindepräsidentin, einem Gemeinderat oder einer örtlichen Organisation (z.B. Vogelschutzverein, Pfadi) reden, um zusammen Druck zu machen oder bei einem negativen Beschlusses dessen Wiedererwägung zu verlangen. Gute Argumente (v.a. betreffend Kosteneinsparungen) parat haben! Stimmberechtigte können allenfalls an der Gemeindeversammlung selber einen Vorstoss machen (sich vorher über das korrekte Vorgehen erkundigen!).
In Städten und grösseren Gemeinden: Entweder einen Gemeindepolitiker für einen Vorstoss im Gemeinderat/-parlament gewinnen oder selber einen Brief an den Gemeinderat/Stadtrat schreiben; mit den Unterschriften von mehreren ortsansässigen Personen bekommt das Schreiben politisches Gewicht! Aufwändiger, aber Erfolg versprechender ist es zusammen mit einer politischen oder zivilen Gruppierung (z.B. Naturschutzverein) eine Petition an die Gemeinde zu lancieren und Unterschriften zu sammeln. Bei Einreichung der Petition die lokalen Medien informieren!
Wenn der Antrag/die Petition noch nicht behandelt ist: Auf der Behandlung durch das zuständige Gremium (meistens der Gemeinderat) beharren. Das braucht Ausdauer, denn v.a. in grossen Gemeinwesen mahlen die politischen Mühlen langsam, und das Geschäft wird oft zuerst von einer Kommission beraten. Wenn dann ein "urwaldfreundlicher" Beschluss gefasst ist, dies bitte dem BMF mitteilen (urwaldfreundlich@bmf.ch).
Aber auch wenn alles bestens erscheint: Immer wieder prüfen oder höflich nachfragen, wie die Anwendung in der Praxis verläuft.

Blatt eines Aronstabewächses (Monstera froiedrichsthali) aus Zentralamerika
Im Rahmen der Aktion "urwaldfreundliche Gemeinde" konnte der BMF Herrn Claude Gury, Direktor des Dienstes für öffentliche Arbeiten der Gemeinde Pruntrut, ein paar Fragen stellen. Pruntrut, eine Stadt mit ca. 6700 Einwohnern im Kanton Jura, hatte 1996 beschlossen, bei öffentlichen Bauten auf Tropenholz zu verzichten und stattdessen den Einsatz von einheimischem Holz zu fördern.
BMF: Was veranlasste die Stadtbehörden von Pruntrut diesen Beschluss zu fassen?
C. Gury: Nach einer Eingabe von Frau Charlotte Bélet [Mitglied des BMF] beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung vom 12. Dezember 1996 auf Holz aus Raubbau zu verzichten, auch weil damals die Bevölkerung für das Thema stark sensibilisiert war. Diese Massnahme wurde sogar von den lokalen Unternehmen, die einheimisches Holz verarbeiten, begrüsst.
BMF: Wie wird dieser Beschluss umgesetzt? Gab es dabei Schwierigkeiten?
C. Gury: Es findet keine Kontrolle des Einsatzes von Raubbauholz statt. Weil jedoch Pruntrut eine kleine Stadt ist, wird von der Verwaltung kein solches Holz mehr eingesetzt. Bei der Ausgabe der Baubewilligungen legt die Verwaltung jeweils die Empfehlung bei kein Raubbauholz einzusetzen. Dieses Merkblatt ist aufgrund der Vorschlage Ihrer Organisation ausgearbeitet worden. Es schlägt Ersatzhölzer vor und scheint gut akzeptiert zu werden.
BMF: Da es keine direkte Kontrolle gibt: Werden die unerwünschten Holzarten wenigstens in den Ausschreibungen erwähnt?
C. Gury: Nein, aber wir werden diesen Mangel beheben.
BMF: Was können Sie betreffend der Verwendung von nachhaltig gewonnenem Holz anderen Städten/Gemeinden empfehlen?
C. Gury: Es scheint einfach die Empfehlungen einzuhalten. Andere Gemeinden unserer Region haben von uns die ausgearbeiteten Empfehlungen erbeten, die wir ihnen selbstverständlich übergeben haben.
BMF: Greenpeace und BMF haben zusammen die Aktion "urwaldfreundliche Gemeinde" lanciert, um weitere Schweizer Gemeinden zu gewinnen, die auf Raubbauholz verzichten und gleichzeitig ihren Papierkonsum vermindern, dafür aber die Verwendung von Recyclingpapier fördern. Macht die Stadt Pruntrut dabei auch mit?
C. Gury: Wir sind bereit, die Möglichkeiten zu prüfen, wie andere Gemeinden ebensolche Massnahmen einführen könnten. Das Gleiche gilt für den Gebrauch von Recyclingpapier.
BMF: Wir danken Ihnen für das Interview und wünschen der Stadt Pruntrut alles Gute bei der Umsetzung der erwähnten Massnahmen.


Primärwald im Udjung Kulon-Nationalpark, Java, und im Kao Yai-Nationalpark, Thailand
Recyclingpapier bevorzugen!
jrd - In den letzten Jahren wird wieder weniger Recyclingpapier gebraucht, obwohl dessen Qualität markant verbessert wurde. Sogar manchen Behörden ist es nicht gut genug...
Im Rahmen der Aktion "urwaldfreundliche Gemeinde" möchten wir die Verwendung von Recyclingpapier fördern, denn der Zellstoff für konventionelles weisses Papier stammt oft aus Kahlschlägen in den Urwäldern sowohl des Nordens (z.B. Kanada) als auch der Tropen (z.B. Indonesien).
Recyclingpapier hat viele ökologische, aber auch preisliche Vorteile gegenüber weissem Frischfaserpapier:
Über die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von Recyclingpapier kursieren immer noch veraltete und unwahre Behauptungen, wie diejenige, dass Recyclingpapier teurer sei. Unter http://www.urwaldfreundlich.ch/download/aktivisten/Killerargumente.doc finden sich Gegenargumente!
Sammeln Sie also nicht nur fleissig Altpapier, sondern verlangen Sie beim Einkauf oder im Kopiergeschäft Recyclingpapierprodukte, wie Kopierpapier, Hygienepapiere, Schreibblöcke, Couverts usw., damit für diese ein Absatzmarkt besteht. Aber auch bei deren Einsatz gilt: Sparsam verwenden! Nutzen Sie also auch die Rückseite der Blätter; doppelseitiges Kopieren ist heute mit den meisten Kopiergeräten möglich.
Quellen und Links:
www.altpapier.ch www.fups.ch www.papier.ch/deutsch/Uber_papier/Papierlexikon.htm www.urwaldfreundlich.ch

Kahlschlag in Kanada
FUPS-Papierkurs
Am 24. Januar 2003 findet in Winterthur (nähe Bahnhof) der nächste FUPS-Papierkurs statt. Daniel Gerber informiert an diesem Tag umfassend Über die Papierherstellung und deren ökologische Dimension. Nach dem Kurs (Kosten Fr. 220.-) sind die TeilnehmerInnen auf dem neuesten Stand, was die Papierproduktion und -nutzung anbelangt und können im eigenen Arbeitsumfeld mithelfen, den Papierkonsum ökologischer zu gestalten.
Anmeldung beim FUPS: sekretariat@fups.ch oder 071/ 911 16 30.
Urwaldfreundliche Schweiz: Kosten
jk - Die Aktion in Zusammenarbeit mit Greenpeace ist mit 35'000 Franken nach dem Rundbrief (ca. 70'000 Franken, inkl. Versandkosten) und der Kartierung der Penan-Territorien in Sarawak das finanziell aufwändigste BMF-Projekt des Jahres 2002. Etwas mehr als zwei Drittel dieser Summe entfallen auf Personalkosten, 6'500 Franken wurden für Druck, 4'000 Franken für Übersetzungen und Porti aufgewendet. Beim Versand konnten wir auf die unentgeltliche Hilfe von Freiwilligen zählen, ohne die der BMF aufgeschmissen wäre - herzlichen Dank!

Traditionelle Hütte der Penan-Nomaden, August 2002

Ziel heutigen Wirtschaftens ist mit wenigen Ausnahmen die Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf Verluste. Leistungslose Einkommen ("wer hat dem wird gegeben") aus Zinsen und Bodenspekulation führen zudem zu einer immer grösseren Kluft zwischen Arm und Reich. Die Initiative für natürliche Wirtschaftsordnung (INWO) Schweiz, Mitglied der internat. Vereinigung für natürliche Wirtschaftsordnung, setzt sich für eine Reform des Geld- und Wirtschaftssystems sowie der Bodenrechtsordnung ein.
Das heutige kapitalistische System gründet auf Strukturen, die einzelnen Ländern, Unternehmen und Personen grossen Reichtum ermöglichen, währenddem viele Menschen in Armut leben müssen. Dieser Reichtum kommt durch die rücksichtslose Ausbeutung eines Teils der Weltbevölkerung sowie der natürlichen Ressourcen und einer für den Verursacher kostenlosen Überlastung der Biosphäre zustande.
Die INWO strebt mit einer Geldreform eine umwelt- und sozialverträgliche Marktwirtschaft ohne Wachstumszwang und ohne Monopole an, während die Reform des hier geltenden Bodenrechts die spekulationsfreie Nutzung der nicht vermehrbaren Ressource Boden ermöglichen wird
Die INWO Schweiz ist ein kleiner, politisch und konfessionell unabhängiger Verein mit Sitz in Aarau. Sie
Sabine Bruppacher
INWO, Postfach, 5001 Aarau, Tel. 062 822 84 86 Fax 062 823 67 55 e-mail contact@inwo.org
Buchbesprechung von "Dem Leben Sinn geben." von Heinrich Thölen
Manche Menschen gestalten ihre Freizeit und später den Ruhestand sinnvoll; sie pflegen besondere Hobbys. Viele jedoch verfallen in Langeweile, wenn sie einmal "nichts zu tun haben" und sind in Gefahr, in blosse Betriebsamkeit abzugleiten. Einmal im Ruhestand, fallen sie in ein "Loch". Meist sind es Menschen, die glauben, weder Anlagen noch Fähigkeiten für sinngebende Beschäftigungen zu haben.
Ihnen will der Autor, emeritierter Professor für Innere Medizin der Universität Basel, die Vielzahl der Möglichkeiten sinngebender Nebenbeschäftigungen für das seelische und körperliche Befinden zeigen. Thölen schöpft dabei aus eigener Erfahrung. Er erzählt zudem von der reichen Lebensgestaltung bekannter Persönlichkeiten wie Churchill, Debussy, Dürrenmatt, Goethe, Hesse und Bill. "Sorgetragen zu unserer Erde" ist eines der wichtigsten Anliegen des Autors; er berichtet auch über Bruno Manser und Franz Weber, unbeirrbare Kämpfer für den Naturschutz.
Durch die Lektüre wird der Leser erkennen, wie er sein Leben lebenswert gestalten und seine Lebensfreude erhalten kann.
H. Thölen - Dem Leben Sinn geben. 120 Seiten (illustr.), Ott Verlag Thun (ISBN 3-7225-1143-2), Fr. 29.80 / € 17.50; erhältlich im Buchhandel
Penan-paar unterwegs im Wald, August 2002
ch/jk - Nach den Ansprachen von Ruth-Gaby Vermot (Präsidentin der Gesellschaft für bedrohte Völker), John Künzli (BMF) und Erich Manser traten zahlreiche Personen gratis auf dem Kornhausplatz in Bern auf und sorgten für eine gute Stimmung:
Inge von der Crone erzählte Penan-Sagen und Geschichten.
John Künzli führte Interessierte durch die Ausstellung.

Der Auftritt der «Kids for forests» hätte sicher auch Bruno sehr gefreut.

Anschliessend faszinierten Barni Palm und Bettina Horisberger das Publikum mit ihren Musikimprovisationen.

Für viele der Höhepunkt war der Auftritt des Liedermachers Tinu Heiniger.

Gegen Ende des Auftritts der Appenzeller Stubemusig Rechsteiner begann es leider zu regnen.
Der kurze Regenguss am frühen Abend war ein kleiner Wermutstropfen auf die aufgestellte Stimmung. Insgesamt waren die Eröffnungsfeier und die drei Ausstellungswochen in Bern aber ein schöner Erfolg. Den zahlreichen Freiwilligen und den aufgetretenen KünstlerInnen sei hier nochmals herzlich gedankt.
Die Ausstellung bis am 14. September 2002 war mit etwa 1200 BesucherInnen, darunter mehreren Schulklassen, sehr gut besucht. Die Erfolgsrechnung schliesst bei einem Aufwand von 16'165 Franken (inkl. Löhne) mit einem Defizit von 10‘300 Franken, das noch grösser wäre ohne den grosszügigen Beitrag von 2'800 Franken von Stadt und Kanton Bern - vielen Dank! Mit dem Defizit haben wir rechnen müssen, und es ist zukünftig nicht mehr geplant, die Ausstellung in Eigenregie durchzuführen. Weil sie aber in allen grösseren deutschsprachigen Städten schon gezeigt worden ist, war uns Bern diese Ausgaben wert.
Wir stellen sie gerne kleineren Regional- und Ortsmuseen zur Verfügung. Natürlich können auch Schulen die faszinierende Ausstellung mit reproduzierten Seiten aus den Tagebüchern von Bruno Manser ausleihen. Ein grosser Vorteil ist ihr Aufbau nach dem Baukastenprinzip. So kann die Ausstellung je nach Platzverhältnissen neu und unterschiedlich gross zusammengestellt werden. Näher Angaben erhalten Sie beim BMF-Sekretariat (Tel. 061 261 94 74, email info@bmf.ch).
jk - Kaum im Amt strickte Ruth Dreifuss mit Bruno Manser Pullover auf dem Bärenplatz in Bern, auf dass es den Herren Magistraten warm ums Herz werde. Mut, Hartnäckigkeit und Stehvermögen waren es, die Bruno ausserordentlich schätzte an Frau Bundesrätin - Eigenschaften, die sicher auch in der wiedererlangten Freiheit erhalten bleiben! Der BMF gratuliert Frau Dreifuss zur geglückten Amtszeit und bedankt sich im Namen von Bruno Manser und den Völkern des Regenwaldes für die langjährige Unterstützung. Mögen Ihre Wünsche sich erfüllen - Sie haben es verdient!

Bruno mit der frisch gewählten Bundesrätin Dreifuss, März 1993.
jk - Die Strategie (à s. Tong Tana Dezember 2001), den Verlust unseres Gründers und Präsidenten Bruno Manser durch Expansion zu kompensieren war begründet und ambitioniert, stellt sich aber als schwer realisierbar dar - gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Nachdem die Jahreshauptversammlung im Juli 2002 die budgetierten Einnahmen um 40'000 Franken gekürzt und das zu erwartende Defizit auf 50'000 Franken erhöht hatte, zeichnet sich selbst diese vorsichtige Schätzung als zu optimistisch ab (à s. Tong Tana Juli 2002). Eine Steigerung der Spendenerträge gegenüber dem Vorjahr wäre nur noch möglich, wenn dieser Rundbrief massiv mehr eintragen würde, als andere zuvor.
Was der BMF mit dem Geld macht, wird in den Rundbriefen jeweils publiziert (à z.B. Tong Tana Dezember 2001) und den Vereinsmitgliedern im Detail vorgelegt. Die Zahlen zu den grösseren BMF-Projekten des Jahres 2002 finden sich in dieser Ausgabe.
Der grosszügige Beitrag der Stiftung "Kunst für den Tropenwald" bedeutet keinesfalls Entwarnung: Zwar wurden von der Stiftung auch Kosten von ca. 50‘000 Franken übernommen, die uns schon im Vorjahr und vor Allem seit Jahresbeginn ´02 entstanden sind. Diese "Rückerstattung" erlaubt uns aber lediglich, knapp zu überleben. Die Verwendung des grösseren Restbetrages steht noch - zweckgebunden - an und entlastet nicht die laufende Jahresrechnung.
Zumindest die Kernaufgabe des BMF, die Unterstützung der Penan im Kampf um ihre Rechte, ist dank "KUNST FÜR DEN TROPENWALD" bis auf Weiteres gesichert.
Sparmassnahmen werden unumgänglich, bloss: Wo sollen/können wir sparen? Denkbar wäre, nur noch 2 statt 3 Ausgaben des Rundbriefes zu verschicken - doch sind die Rundbriefe unsere grösste Einnahmequelle... Weitere Sparmöglichkeiten bieten sich einzig bei den Personalkosten, die allerdings bereits auf tiefstem Niveau sind - was dem Personal eine gehörige Portion Idealismus abverlangt. Personalabbau ist zudem den Aktivitäten abträglich, was zu weniger Publizität und letztlich Spenden führt.
Trotzdem: Der Ausweg aus dieser Zwickmühle führt über eine Strategieänderung, welche einen teilweisen Rückzug aus der Öffentlichkeit bei gleichzeitiger Konzentration auf wenige Aufträge bedeutet. Aber auch dann, liebe Leserin, lieber Leser, sind wir von Ihrer Mithilfe abhängig. Wenn Sie der Meinung sind, der Bruno-Manser-Fonds leistet gute Arbeit, dann bitten wir Sie inständig, uns einen Jahresbeitrag zukommen zu lassen, sofern Sie das nicht schon getan haben - ohne Sie geht es nicht! Unser herzlichen Dank gebührt natürlich auch allen treuen Spenderinnen und Spender, die den BMF regelmässig unterstützen mit Beträgen von 50, 500 oder 5'000 Franken - jeder Beitrag zählt, jeder Betrag ist uns Aufforderung und Motivation, den Auftrag, den uns Bruno, die Penan und die Völker des Regenwaldes gegeben haben, weiterzuführen!

Along Segah, Chef der Nomaden im Ulu Limbang-Gebiet, soll bald eine bessere Dokumentation seiner Existenz in Händen halten. August 2002
Tong Tana
Zeitschrift des Bruno-Manser-Fonds (BMF)
Verein für die Völker des Regenwaldes
Heuberg 25, CH-4051 Basel
Telefon 061 261 94 74
Fax 061 261 94 73
E-mail: info@bmf.ch
Internet: http://www.bmf.ch
Redaktion: John Künzli, J. Rudolf Dietrich
Autoren: J. Künzli (jk), J.R. Dietrich (jrd), Claude Haltmeyer (ch) u.a.
Fotos: BMF, Roger Graf, Greenpeace, Erich Manser, Penan vom Ulu Baram
Titelbild: Bruno Manser
Übersetzungen: Robert Gogel (französisch), Nicole Widmer (englisch), J. Künzli (deutsch)
Auflage: 5800 (3700 deutsch, 1400 französisch, 700 englisch)
Erscheint dreimal jährlich
Auf Spenden sind wir angewiesen – herzlichen Dank!
Spendenkonti Schweiz/Liechtenstein:
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Satz und Druck: Gremper, Basel