Bruno Manser Fonds Aktualisierung 2000-11-15 |
Tong Tana, Dezember 1998Zeitung des Bruno Manser Fondszu den Themen Regenwald, Indigenenrechte und Holzhandel
Inhaltsverzeichnis
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Seit Jahren setzen wir uns mit Freunden für den Schutz der letzten Urwälder und ihrer Völker ein. Wir strampeln dahin, die Welt nimmt ihren Lauf, doch kommen wir kaum vom Fleck: Die Penan in Sarawak haben bis heute noch keinen Quadratmeter angestammten Urwalds als eigenes Territorium garantiert bekommen, und 1997 sind weltweit wieder 112 000 km2 Waldfläche (davon über ein Drittel Regenwald) zerstört worden. Sollen wir vom BMF unser Minibüro mangels Effizienz und Finanzen auflösen, unser Engagement hinschmeissen?
Wo wohlbetuchte Herren auf internationalen Konferenzen, sektschlürfend, nicht zu den notwendigen Entscheidungen fähig sind, kommt nun die geschändete Natur zu Hilfe: Infolge der Überschwemmungskatastrophe von 1989 hat die thailändische Regierung die kommerzielle Holzfällerei im ganzen Land verboten. 3000 Menschen mussten nun beim Hochwasser des Jangtse-Flusses in China ihr Leben lassen, 5 Millionen Wohnungen zerstört werden, und plötzlich geht es: China hat seine letzten Urwälder von einem Tag auf den anderen unter Schutz gestellt. Der Zusammenbruch der Währungen in Südostasien hat dank sinkender Holznachfrage die Plünderung der Wälder gebremst, doch sind 30 000 km2 Wald in Indonesien «menschgemachtem» Feuer zum Opfer gefallen. Bilder beweisen Die Erschliessung und die Degradierung vorher intakter Wälder durch die Holzindustrie ist hauptschuldig an den Waldbränden. Wie viele Menschen und Tiere müssen in Asien, Afrika und Südamerika noch in Waldbränden und Fluten umkommen, bis sämtliche Holzeinschlagslizenzen in Urwäldern zurückgezogen werden?
Die Schweiz erlebte Ende letzten Jahrhunderts ähnliches. Da Tropenländer noch viel mehr zu verlieren haben an Lebensformen und Kulturen, wünscht der BMF den Verantwortlichen Mut und Glück zu raschem und beherztem Handeln. Möge es Sarawak besser gelingen als der Schweiz, das Erbe für die kommenden Generationen zu bewahren!
Wir vom BMF haben beschlossen, den Penan und dem Regenwald eine Stimme zu geben, solange Schnauf und Finanzen reichen. Letztere reichen mit Fr. 40 000. Defizit in den letzten zwei Jahren ohne Ihre Hilfe nicht mehr weit. Wir danken hier darum allen für ihren Beitrag. Unterstützen Sie unser Engagement mit Taten und Geld.
Setzen Sie sich in Ihrer Gemeinde für den klaren Verzicht auf Raubbauholz in öffentlichen Bauten ein. Kaufen Sie vorwiegend lokale Produkte sogar Malaysias Premier Mahathir hat diese Order ausgegeben. Verzichten Sie auf den Kauf von FSC-Produkten aus dem Ausland, solange FSC Holzeinschlag in Urwäldern nicht ganz klar ausschliesst.
Setzen Sie sich in Ihrem Land dafür ein, dass die folgende Regelung der Weltbank auch auf nationaler Ebene umgesetzt wird:
Strassenbau und kommerzielle Holzfällerei in Urwaldgebieten werden auf keinen Fall unterstützt. Die nachhaltige Holznutzung in natürlichen Sekundärwäldern ist zu fördern.
Wir wünschen den Penan genügend Nahrung und Urwald, Ihnen schöne Weihnachten und dem im Gefängnis malträtierten Ex-Finanzminister Anwar Ibrahim eine korrekte und gerechte Behandlung.
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Genügend Nahrung ist alles, was die Penan brauchen, um ein fröhliches Fest zu feiern. wird dieser Junge dereinst in der Grosstadt um Nahrung betteln müssen?
Foto: BMF, 1998
Der Plan, dem Chief Minister von Sarawak und seiner Frau zum Fest der Mekka-Pilger als Friedensbotschaft das weisse Lamm «Gumperli» zu überbringen, war verhindert worden. Der 62. Geburtstag des Chief Ministers Taib Mahmud am 21. Mai bot sich als nächste Gelegenheit für positiven Dialog. Doch die Sarawak anfliegenden Airlines hatten die Anweisung «Top Urgent: Bruno Manser not allowed to enter Kuching» erhalten und mussten meine Weiterreise von Singapur nach Sarawak verweigern. Auch ein Besuch in Westmalaysia wurde von den Behörden abgelehnt. Haji Salim Bin Hashim, der malaysische High Commissioner in Singapur, ein freundlicher Mann, wollte zwischen mir und dem Chief Minister vermitteln. Was sollte mit den US$ 10 000. geschehen, die Erika und Jürg Binz (Ebipharm, Kirchlindach) in uneigennütziger Weise als Startkapital für eine mobile Zahnarztklinik für die Penan und Kelabit gespendet hatten? Da eine Antwort während Wochen ausblieb, wurde der Betrag auf einer Bank in Singapur deponiert und dem Chief Minister ein komplettes Dossier der «Secours dentaire international» zugestellt. Die Gesamtkosten für das von den Penan begrüsste Projekt betragen für eine Laufzeit von 2 Jahren ca. CHF 200 000.. Mit dem Segen des Chief Ministers kann es verwirklicht werden. Wir warten gespannt auf Antwort! Konkrete Hilfe wollte ich auch Maleng, meinem besten Penanfreund, bringen: Vor zwei Jahren hat er im Dschungel beim Fällen einer Nyiwung-Palme ein Bein verloren. James Ritchie, Pressesprecher des Chief Ministers, versprach, sich um eine Prothese zu kümmern. Soeben erhielten wir dieNachricht, dass Dr. Judson Sakai von Ba Kelalan die Prothese beschafft hat. Wir danken allen Wohlwollenden für ihren Beitrag.
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Maleng
Foto: BMF 1997
Die deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) hat mit der Samling Co. und dem Forstdepartement von Sarawak einen Vertrag (Projekt FOMISS) zur nachhaltigen Nutzung einer 1680 km2 grossen Holzeinschlags-Konzession unterzeichnet. Es handelt sich grösstenteils um unberührten Urwald im Lebensraum der Penan, der nun mit deutscher Hilfe mit Bulldozern und Motorsägen erschlossen und innert ca. 10 Jahren abgeholzt werden soll. Mit der Drohung, der Urwald müsse so oder so sein Holz hergeben, werden die Penan genötigt, dem Projekt zuzustimmen. Obwohl für die dreijährige Inventur ein Moratorium abgemacht ist, hat Samling an verschiedenen Orten weitergeholzt. Ein betroffener Penan meint: «Seit so vielen Jahren wollen wir unseren Urwald schützen, wie viele von uns sind verhaftet worden!1 Einige haben gar mit dem Leben bezahlt!2 Unser Wald spendet alles, was wir zum Leben brauchen. Wir sind gewohnt, mit unseren eigenen Schwierigkeiten am Fuss der Berge zu leben wenn nur ihr uns nicht stört! Zwingt uns nicht, bei euch talwärts um Nahrung betteln zu müssen! Das deutsche Projekt lehnen wir ab, da es unseren Lebensraum einschränken würde!»
Das verantwortliche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) verlangt, dass Tropenwaldprojekte nur in dafür geeigneten Waldvorkommen realisiert werden. Primärwälder sollen nur zu Schutzzwecken oder für besondere Untersuchungen einbezogen werden.3 Ganz im Widerspruch dazu fördert die GTZ die Erschliessung von Urwäldern. Sollen deutsche Steuergelder für eine Entwicklung missbraucht werden, die den Penan genau das nimmt, was sie auf keinen Fall geben wollen: die Bäume ihres Waldes?! Schreiben Sie Ihre Meinung an Frau Bundesministerin
Heidemarie Wieczorek-Zeul, BMZ,
Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn,
Fax: ++49(228)535 33 25.
Verlangen Sie, dass die deutsche Regierung unter keinen Umständen Strassenbau und kommerzielle Holzfällerei in Urwäldern unterstützt. Verlangen Sie, dass Deutschland in Entwicklungshilfeprojekten eine nachhaltige Forstwirtschaft nur in Sekundärwäldern und in degradierten Gebieten fördert im klaren Einverständnis mit der Lokalbevölkerung.
Die GTZ kann in Sarawak sehr wohl Hilfe leisten. Der BMF hat bei zwei persönlichen Treffen und auch auf schriftlichem Weg vorgeschlagen, ihr unbestrittenes technisches Wissen in Sachen «Reduced Impact Logging» (Holzerei mit reduzierter Auswirkung) in Sekundärwaldgebieten anzuwenden und die traditionellen Landrechte der Ureinwohner zu respektieren. Die Samling Co., Sarawaks grösste Holzfirma, hat vom Chief Minister rund 15 000 km2 Wald geschenkt bekommen. Die meisten an das FOMISS-Gebiet angrenzenden Wälder sind talwärts bereits selektiv genutzt worden und verlangen geradezu nach einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Hier kann und soll die FOMISS ihr Projekt langfristig glaubhaft umsetzen. Eine konstruktive Antwort auf diesen Vorschlag ist die GTZ bislang schuldig geblieben.
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«Timber Mining»: Ravenscourt Co. (Lizenz 0294) baut neue Strasse am Tabun-Fluss, um letzte Urwaldgebiete zu plündern.
Die Erosionsschäden verschmutzen die Gewässer, reduzieren die Fischbestände und verunmöglichen es den Penan, ihre Hauptnahrung Sago zu gewinnen, zu dessen Verarbeitung klares Wasser notwendig ist.
Im Hintergrund der Batu Lawi
Drei Holzfirmen zerstören bis heute den Lebensraum der Penannomaden. Sie heissen Ravenscourt, Lee Ling Timber (vormals LTL) und WTK Co. Letztere ist die älteste Logging-Company Sarawaks mit Sitz in Miri. Sie darf 4000 km2 geschenkten Urwald plündern, während die Urbevölkerung nicht nur leer ausgeht, sondern auch noch eingeschüchtert wird: Bei einem Treffen mit den Nomaden von Magoh, die drohten, eine Zufahrtsstrasse zu blockieren, schoss der chinesische Chef des Forstdepartements Pusui aus zwei Metern Entfernung eine Salve von 20 Schüssen direkt über die Köpfe von Lakei Suti und seinen Freunden. Lee Ling Timber bezahlt verschiedenen sesshaften Penanführern einen regelmässigen Monatslohn sowie 25 000. Malaysische Ringgit (MR) pro Jahr zum Weiterverteilen. Im Gegenzug verpflichten diese sich, nichts gegen die Aktivitäten der Holzfäller zu unternehmen. Viele Penan haben die Entgegennahme ihres Anteils verweigert, sind aber nach all den Verhaftungen müde, friedfertig aktiven Widerstand zu leisten.
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Kartenausschnitt
Ulu Tutoh/Ulu Limbang
Ganz arg wütet die Firma Ravenscourt in Ulu Limbang, auch in dem Gebiet, das wegen seiner grossen Artenvielfalt schon 1984 als Nationalpark vorgeschlagen wurde. Bis heute ist das Schutzgebiet jedoch nicht realisiert worden (Pulong Tau Nationalpark, 1640 km2). Bereits wühlen Bulldozer unter dem Gunung Murud, dem höchsten Berg Sarawaks (2560 m) und am Fusse des Batu Lawi, dem schönsten sagenumwobenen Felsklotz im Land beides sowohl Lebensräume der Penannomaden als auch der letzten Nebelparder. Dabei verschmutzen sie den «Baa Pina Uwut», den «Fluss der vielen Sagopalmen», einen der letzten noch klaren Flüsse im eigentlichen Herzen des Penanterritoriums. Die nähere Zukunft wird zeigen, ob besagte Firmen sich von Bösewichten in Retter verwandeln werden durch Verzicht auf die Nutzung von Urwald innerhalb ihrer Konzessionen. Wird Ravenscourt den ersten Schritt wagen?
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Kartenausschnitt
Ulu Tutoh/Ulu Limbang
Sarawaks Umweltminister und Holzkönig Datuk James Wong hat die nomadischen Penan eingeladen, in ihrem angestammten 3100 km2 grossen Lebensraum sesshaft zu werden, nachdem ihm dieses Gebiet vom Chief Minister als Konzessionsgebiet geschenkt wurde. In Long Napir hat er darum in den 80er Jahren ein Langhaus für sie bauen lassen. Heute steht das Gebäude bis auf wenige Familien leer denn ein Haus kann man nicht essen. Die nähere Umgebung ist von der Firma des Umweltministers inzwischen abgeholzt worden, die Penan finden nicht mehr genügend Nahrung. Viele Familien sind deshalb schrittweise quellwärts in unberührte Gebiete gezogen und haben dort neue Siedlungen in Flussnähe gegründet, um als Bauern und Jäger überleben zu können. Datuk James Wong hat seine Firma LTL mittlerweile an das Unternehmen Lee Ling Timber Co. verkauft. Durch das Scheitern seiner Politik steigt der Druck auf die letzten intakten Urwälder zusätzlich, denn diese sind bereits so arg dezimiert, dass sie neben den Nomaden nicht mehr allzuviele Rückkehrer ernähren können.
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Der Sippenführer der Nomaden von Ulu Limbang spricht:
«Bis heute sind wir weder von der Holzgesellschaft noch von der Regierung respektiert worden. Wir erwarten von unserem Chief Minister Taib Mahmud, dass er sich wie ein echter Vater benimmt. Wir erwarten, dass er die Holzschlag-lizenzen zurückzieht und unsere übriggebliebenen Urwälder schützt, damit wir als Penan im Wald überleben können.»
Foto: BMF, 1998
Gemäss Berichten in der «Borneo Post» (27.und 29.08.1998) soll der Bakun-Damm bis zum Jahr 2006 realisiert werden. Das einstige Prestigeprojekt wurde allerdings redimensioniert auf die Hälfte der ursprünglich vorgesehenen Leistung. Der Strom soll nun vollumfänglich Sarawak zugute kommen, da man aus Kostengründen auf die Unterwasserleitung nach Westmalaysia verzichtet. Die billige Elektrizität für die es heute noch keine Verwendung gibt soll Investoren anlocken, vor allem in den holzverarbeitenden Sektoren wie der Papierindustrie. Aber auch in die Palmöl- und in die Aluminiumindustrie werden grosse Hoffnungen gesetzt. Die Umsiedlung der 10 000 Menschen verläuft schleppend und begleitet von Misstönen, aber nach Plan. Für die Betroffenen ist die Wirtschaftskrise jedoch ein hartes Los: Jetzt, wo sie besonders darauf angewiesen wären, verlieren sie ihre Gärten und Gründe. Einige haben sich verschuldet, um sich in irgendeiner Form am Dammbau zu beteiligen. Der Stillstand hat sie ruiniert. Dass die verantwortlichen Kräfte noch diesen Sommer die Betroffenen beschwörend ermahnten, mit den Entschädigungsgeldern «weise» umzugehen und sie kollektiv in Finanzinstitute und Aktienfonds zu investieren, mutet angesichts der harten Wirtschaftsrealität recht seltsam an: Den kleinen Leuten wird das Glücksspiel verboten, damit sie die Spielschulden der Grossen bezahlen.
Das Lanjak-Entimau-Wildschutzgebiet in Westsarawak besteht zu 90% aus Dipterocarp-Urwald und ist vor allem als Lebensraum für die ca. 1000 wildlebenden Orang- Utans geschützt worden.
Anlässlich der von 150 Wissenschaftlern aus aller Welt besuchten «Great Apes of the World»-Konferenz vom Juli 1998 in Kuching (Sarawak), verkündete der Chief Minister Taib Mahmud, dass ein «Peat Swamp Forest» (Torf-Sumpf-Wald) geschützt werde für ein Orang-Utan-Reservat. Dies geschehe als Beitrag zu den Bemühungen der Wissenschaftler, die Orang-Utans vor dem Aussterben zu bewahren. Dr. Gary Shapiro, Chef der internationalen Orang-Utan-Stiftung, welche die Konferenz organisierte, war entzückt von diesem überraschenden Angebot. Allerdings hat der Chief Minister keine näheren Angaben gemacht, wann, wo und in welcher Grösse das Reservat geschaffen werden soll. Der BMF freut sich auf effiziente Umsetzung der Ankündigung, gratuliert der Regierung von Sarawak zu diesem Schritt und hofft, dass nach den Orang-Utans nun auch die Landansprüche der Penan beim Chief Minister auf Gehör stossen.
Die Zahl wildlebender Orang-Utans in Borneo und Sumatra ist in den letzten 10 Jahren um etwa 50% auf geschätzte 20 000 Exemplare reduziert worden. Der Grund ist die Zerstörung ihres Lebensraums durch kommerzielle Holzfällerei, Kahlschläge und von Menschen gelegte Feuer zur Landgewinnung für ölpalmplantagen und Mega-Entwicklungsprojekte. Die environmental investigation agency mit Sitz in London und Washington (eia, 69 Old Street, London EC1V 9HX, UK), tadelt in ihrem Bericht «The Politics Of Extinction» das korrupte Regime unter Suharto, weil es der Holz- und Plantagenindustrie beinahe unbeschränkten Zugang zu noch intakten Waldgebieten gewährt hat. Die treibende Kraft für die ökologische Katastrophe liegt aber eher bei unseren industriealisierten Ländern, wie folgende Beispiele zeigen:
Europäische, japanische und amerikanische Firmen, Banken und Entwicklungshilfe-Institutionen finanzieren industrielle Projekte in Regenwaldgebieten; sie schaffen die steigende Nachfrage für billiges Tropenholz, billiges Palmöl, billigen Zellstoff und billiges Papier und realisieren dabei hohe Gewinne solange wir ihre Produkte kaufen.
Die eia, die einen Orang-Utan-Schutzplan vorgelegt hat, verlangt folgerichtig, dass jegliche Investition und Finanzhilfe an Projekte in Indonesien von der Einhaltung strikter ökologischer, sozialer und ökonomischer Bedingungen abhängig gemacht wird.
u ändern. Das Land soll neu den Status «Protected Forest» (Geschützter Wald) erhalten. Betroffen sind hauptsächlich Penan. Aber auch Kenyah, Kayan und Kelabit befinden sich im vorgeschlagenen Gebiet. Die in Sarawak ansässige Organisation BRIMAS (Borneo Resources Inst.) ist bestürzt über diese Statusänderung, denn dadurch verlieren die Ureinwohner die gesetzlich garantierten Besitzansprüche auf ihr Land. Auch wird bemängelt, dass die Erklärungen der Regierung den Betroffenen nicht verständlich waren, und genaue Angaben zu Ausdehnung und Grenzen der betroffenen Fläche fehlen. Auch widerspricht der Status «Geschützter Wald» der Realität, denn Holzfällerei wird im gesamten vorgeschlagenen Gebiet betrieben. Die Fläche erstreckt sich auch auf das Gebiet, das die GTZ mit «Reduced Impact»-Methoden auszubeuten plant. Es wird befürchtet, dass nach der Statusänderung die seit Jahrzehnten anhaltenden Proteste gegen die Machenschaften der Holzfirmen mit aller Härte bekämpft werden. BRIMAS fügt an, dass speziell im Baram-Gebiet, aber auch im übrigen Sarawak, der Status «Protected Forest» von der Regierung schon oft rückgängig gemacht worden ist, worauf die Flächen in der Regel Plantagenunternehmen überlassen wurden.
Kommentar BMF: Der Status «Geschützter Wald» bedeutet «Geschützt für die Holzfällerei». Mangels einer Schrift können die Ureinwohner nichts vorweisen, was ihre Landrechte unterstreichen würde. Historisch gesehen sind ihre Ansprüche jedoch ganz klar berechtigt. Seit Anfang der 80er Jahre haben die Ureinwohner aus der Baram- und Limbang-Region vorschriftsgemäss über 50 Gesuche um Anerkennung ihrer Landrechte eingereicht bis heute ist kein einziges dieser Gesuche anerkannt worden!
Wegen schwindender Holzreserven im eigenen Land sind 30 malaysische Holzfirmen mit 23 Regierungen aus aller Welt in Verhandlungen, um Abholzungsrechte für insgesamt mindestens 222 000 km2 zu kaufen. Dies entspricht mehr als der 5fachen Fläche der Schweiz und nahezu der Fläche Westdeutschlands. Viele Verträge sind bereits abgeschlossen. Malaysische Firmen kontrollieren heute schon die Hälfte oder mehr der Konzessionsgebiete in Französisch Guyana, Papua Neuguinea und auf den Solomon- und Vanuat-Inseln. Sie sind präsent in Kambodscha, Indonesien, Laos, Myanmar und Westpapua;in Kamerun, Kongo, Demokratischen Republik Kongo, Gabun, Guinea, Liberia, Madagaskar, Malawi und Zimbabwe;in Belize, Bolivien, Brasilien und Surinam;in der Tschechei, in Ostrussland und in Neuseeland (Plantagen).Diese Information verdanken wir dem empfehlenswerten Bericht «High Stakes: The Need to Control Transnational Logging Companies». Der Bericht wurde 1998 von der englischen Forest Monitor Ltd, 114 Broad Street, Ely, CB7 4BE, London, UK, herausgegeben. Er zeigt auf, dass bei der Vergabe von Einschlagslizenzen an ausländische Firmen in vielen Fällen weniger als 1% vom Wert des geschlagenen Holzes im Produktionsland bleibt. Gleichzeitig wird die Wirtschaft und damit die Kultur der vom intakten Wald abhängigen Lokalbevölkerung unwiederbringlich zerstört. Der Bericht geht auf 58 Seiten detailliert auf einzelne malaysische Firmen ein und ist Pflichtlektüre für alle, die nationale Waldressourcen nachhaltig verwalten wollen (Bezug via BMF).
Der Präsident der Weltbank, James Wolfensohn, traf sich Mitte Juli mit den Generaldirektoren von Samling und WTK sowie den Geschäftsführern der Sarawak Timber Association und dem Malaysian Timber Board zu einem Gedankenaustausch. Dabei kamen die Praktiken der internationalen Holzfirmen in verschiedenen Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas zur Sprache. Im Weiteren wurden Fragen zum Biodiversitätsschutz in Sarawak erörtert. Die Weltbank unterstrich dabei ihr Interesse, Sarawak im Rahmen des Global Environment Facility (GEF) zu unterstützen.
Die Sarawak Timber Association befasst sich mit der Vorbereitung eines Projektes, das durch die internationale Tropenholzorganisation (ITTO) finanziert werden soll. Das Projektgebiet betrifft die Magoh- und Pulong-Tau, Region im Nordosten Sarawaks, dem Kerngebiet der Penan. Die Zielsetzung des Projektes umfasst eine nachhaltige Waldnutzung und Biodiversitätsschutz in Primärwäldern. Die ITTO betreut bereits ein grösseres Projekt dieser Art in Lanjak-Entimau, im westlichen Grenzgebiet zu Indonesien.
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Pygmäen in Afrika: «Baut Eure Häuser nicht aus unserem Wald!» Ohne Deklarationspflicht können die KonsumentInnen dieser Bitte nicht nachkommen.
Foto: B. Manser
Nationalrat Christoph Eymann (Liberale Partei, Präsident Gewerbeverband BS) hat am 9. Oktober 1997 im Nationalrat eine Motion zur Deklaration von Holz eingereicht. Das Anliegen dürfte möglicherweise in der Session von November/Dezember 1998 zur Abstimmung kommen. Dazu braucht es allerdings ein wenig Druck aus der öffentlichkeit. Bitte beachten Sie unseren Hinweis am Schluss des Artikels.
Zur Vorgeschichte: Im Jahre 1993 haben Nationalrat Hugo Wick und Ständerätin Rosmarie Simmen (beide CVP) zwei Motionen zur Deklarationspflicht von Holz eingereicht. Der Ständerat hat dem Anliegen mit Stichentscheid von Otto Piller (CVP), knapp zugestimmt, der Nationalrat lehnte es jedoch im Frühjahr 1994 mit 81 zu 68 Stimmen relativ knapp ab. Prominenteste Gegner der Deklarationspflicht waren die Firma HIAG (grösste holzverarbeitende Industrie der Schweiz), der Schweizer Handels- und Industrieverein «Vorort», die Lignum (Arbeitsgemeinschaft für das Holz) und sogar die Schweizer Tropenholzfirma Precious Woods. Die Gegner kritisierten den Alleingang der Schweiz ohne internationale Koordination, den administrativen Mehraufwand im Bereich der Kontrollen und die Mehrkosten. Ausserdem fürchtete man sich vor weitergehenden Deklarationsforderungen von KonsumentInnenseite für andere Produkte. Zur Bekämpfung der obligatorischen Deklaration wurde immer wieder das freiwillige «öko-Label» ins Spiel gebracht und diese beiden völlig verschiedenen Ansätze gegeneinander ausgespielt. Für die Umweltverbände ist das «öko-Label» eine sinnvolle Ergänzung zur Deklarationspflicht, welche Angaben über die Holzarten und die Herkunft (Wuchsgebiet) der betreffenden Hölzer geben muss. Ein «öko-Label» ist schliesslich eine weitergehende, jedoch freiwillige Auszeichnung für gute Forstwirtschaft. Im Baumarktbereich haben sich die Grossverteiler in den letzten Jahren mit unterschiedlichem Erfolg bemüht, eine Kennzeichnung ihrer Holzprodukte einzuführen. Pionier ist in dieser Hinsicht die Migrosgenossenschaft, die auch eine Kennzeichnung im Haushalts- und Möbelsortiment erstaunlich gut umgesetzt hat. Gemäss Auskunft der Migros ist eine Kennzeichnung aller Holzprodukte durchaus machbar, obwohl selten auch aufwendige Nachforschungen nötig sind. Im mengenmässig wichtigen Bereich des Innenausbaus, der Baubranche und bei Papierprodukten fehlt bis heute eine Deklaration praktisch vollständig. Papier ist für 25% des Holzverbrauchs in der Schweiz verantwortlich und muss daher unbedingt auch deklariert werden. Wie eine Umfrage des Bruno-Manser-Fonds bei 13 Schweizer Papierfabriken im Jahre 1994 ergeben hat, ist auch dies ohne Probleme möglich.
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Foto: Bruno Manser
Der Bundesrat hat 1994 versprochen, falls keine Lösung für eine (freiwillige) Deklaration auf privatrechtlicher Basis zustandekommt, selber aktiv zu werden und aufgrund des Konsumenten-Informationsgesetzes (KIG) eine Verordnung durchzusetzen. Leider hat der Bundesrat bis heute sein Versprechen nicht eingelöst. Die Motion Eymann soll ihm nun endlich Beine machen. Das Recht auf objektive Information über Herkunft und Zusammensetzung von käuflichen Produkten sollte in einem fortschrittlichen Staat wie der Schweiz schon lange selbstverständlich sein. Um dieses Recht auf mehr Transparenz bei Holzprodukten durchzusetzen, braucht es aber auch noch ein wenig Hilfe der öffentlichkeit. Bitte kontaktieren Sie die Präsidentin des Nationalrats, Frau Trix Heberlein, und bitten Sie freundlich um Auskunft, in welcher Nationalratssession die Motion behandelt werde. Telefon: 01/918 16 39 Fax: 01/919 01 40.
Shrimps (Garnelen) sind heute ein fester Bestandteil auf dem Schweizer Lebensmittelmarkt. In verschiedenen Grössen und Konservierungen bieten sie sich für eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten an. Die fernen und teilweise exotischen Herkunftsländer der Krebse mögen zwar etwas irritieren, in Ermangelung weiterer Informationen vermag dies der Attraktivität der Produkte jedoch keinen Abbruch zu tun. Aus der Herkunftsdeklaration ist nämlich nicht ersichtlich, ob die Tiere im Meer gefischt oder auf einer Farm gezüchtet worden sind. Diese wichtige Information wird der Konsumentenschaft vorenthalten, obschon seit 1995 über ein Drittel der Weltproduktion von Shrimps aus der Zucht stammt. Diese Zuchtanlagen werden zur Hauptsache in den Küstenregionen der Tropenländer angelegt, wo sie heute zur massgeblichen Bedrohung für die sensiblen Mangrovenwälder geworden sind. Gemäss UNO ist in den letzten Jahren bereits die Hälfte der tropischen Mangrovenwälder vernichtet worden, wobei Südostasien einmal mehr die Schwerpunktregion darstellt. Betrieben werden die Zuchtfarmen nach einem «Nomadic Farming» genannten Prinzip, weniger wohlwollende Zungen haben dieses Prinzip auch schon «Rape and Run» genannt: Gibt der Standort nach wenigen Jahren nichts mehr her, zieht der Investor einfach weiter. Die ökologischen und sozialen Folgekosten werden der örtlichen Bevölkerung zurückgelassen. Zurück bleibt ein gestörtes ökosystem in einer verödeten Landschaft. Einstmals fruchtbarer Boden hinter den Mangrovenwäldern erodiert oder versalzt, die Freisetzung u.a. grosser Mengen Antibiotika, organischen Materials (für 1 kg Garnelen werden 3 kg tierische Eiweisse, meist Fischmehl benötigt) und Fischgift (Ausmerzung der natürlichen Feinde der Garnelen) veränderten die Umweltbedingungen in der ganzen Küstenregion. Die lokale Bevölkerung steht vor dem Nichts. Inzwischen hat Thailand den Bau neuer Zuchtanlagen im Landesinneren, wo vor allem Reisfelder über Kanäle mit Salzwasser versorgt werden, verboten, und selbst Westmalaysia besteht seit kurzem auf der Einreichung des gesetzlich verlangten Berichtes zu den Auswirkungen solcher Projekte auf die Umwelt, bevor mit dem Bau begonnen werden darf.
Genauso wenig nachhaltig ist die marine Shrimpsfischerei: Die globalen Bestände sind übernutzt und die Erträge rückläufig. Mit 5,2 kg Beifang, (der meist tot ins Meer zurückgeworfen wird) auf 1 kg Shrimps, ist der Shrimpsfang die derzeit mit Abstand verschwenderischste Form der Fischerei.
Bei einem jährlichen globalen Handelsvolumen von über 6 Milliarden US$ sind die Garnelen die wertvollste aller marinen Ressourcen. Ohne Druck von der Konsumentenseite wird sich die Shrimpsindustrie nicht ändern. Der Boykott hat sich bei weitem als effektivstes Mittel erwiesen, um die Produzenten zum Umdenken zu bewegen. Ausführlich thematisiert wurden die Auswirkungen der Shrimpsindustrie am diesjährigen Forest-Movement-Europe-Treffen in Amsterdam. Die deutsche «Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Arten- schutz e.V. (ARA, Klasingstrasse 17 D-33504 Bielefeld)» hat in der jüngsten Ausgabe ihrer Zeitschrift «ökozidjournal» Nr. 15 1/98, fundierte Detailinformation geliefert, und der BMF kann sich solange eine sozial- und umweltfreundliche Produktion nicht gewährleistet ist der Schlussfolgerung nur anschliessen: Boykott von Shrimps was sonst! (Abo- und Einzelheft- bestellung: Focus Verlag, PF 110328, D-35348 Giessen)
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Foto: J. Künzli
Seit Tong Tana Juli 98 haben uns weitere Gemeinden den Beschluss, auf Holz aus Raubbau zu verzichten, mitgeteilt: Aarburg, Küttigen, Möriken-Wildegg (AG), Herisau, Schwellbrunn, Urnäsch (AR), Ettingen (BL), Ittigen, Meiringen, Muri, Sigriswil (BE), Schwanden (GL), Roveredo, Splügen (GR), Sursee (LU), Fontainemelon (NE), Balsthal (SO), Altendorf (SZ), Andwil, Brunnadern, Bütschwil, Rapperswil (SG), Silenen (UR), Montreux (VD), Uster, Wädenswil (ZH). Herzliche Gratulation!
Damit verzichten in der Schweiz insgesamt 218 Gemeinden mit total 2 317 801 EinwohnerInnen (etwa 30% der Schweizer Bevölkerung) auf die Verwendung von Holz aus Raubbau bei öffentlichen Bauten (Stand Nov. 98). Von den verzichtenden Kantonen haben wir bislang Kenntnis von Appenzell AR, Basel-Land, Basel-Stadt, Solothurn und Schwyz.
Der Ostschweizer Verein «Kein Stolz auf Tropenholz» und der BMF haben die bis dahin 206 Gemeinden am 25. September 1998 auf den Säntis eingeladen, wo den Gemeindevertretungen in feierlichem Rahmen, bei schönem Wetter und positiver Stimmung eine anerkennende Urkunde überreicht wurde. Anwesend waren Gemeinden aus den Kantonen Tessin, Wallis, Bern, Luzern, Uri, Glarus, Appenzell/AR, St. Gallen und Zürich. Den übrigen wurde die Urkunde per Post zugestellt. Der BMF hofft, die Urkunden mögen einen Ehrenplatz erhalten und die EinwohnerInnen ermuntern, ebenfalls einen Beitrag zum Schutz der letzten Urwälder zu leisten.
Eine spezielle Ehrung durften gleichentags die Stadt Zürich, vertreten durch Stadtrat Elmar Ledergerber sowie die Gemeinde Fällanden, vertreten durch Gemeinderat Albert Ochsner entgegennehmen. Die Stadt Zürich hat die Richtlinien, die Gemeinde Fällanden den Gemeinderatsbeschluss für die Kampagne zur Verfügung gestellt. Viele der neuen Gemeinden stützten sich auf diese vorbildlichen Grundlagen.
Bei 2917 Schweizer Gemeinden ist die Kampagne noch lange nicht beendet. Wer sich in der Heimat- oder Wohngemeinde für dieses Anliegen einsetzen möchte, kann beim BMF die Unterlagen bestellen.
Einen engagierten Einsatz leistet ein Freund in Wädenswil: Nachdem er auf seine schriftliche Anfrage vom Gemeinderat eine Absage erhalten hatte (Zitat: «Nach Rücksprache mit einzelnen ortsansässigen Schreinern zeigte sich, dass bereits heute praktisch kein Holz aus tropischen oder nordischen Urwäldern mehr verwendet wird» weshalb auf Beschluss, Richtlinien und Merkblatt verzichtet werde), reichte er eine Einzelinitiative ein, mit der sich der Gemeinderat auseinandersetzen musste. Resultat: Wädenswil ist die 217. Schweizer Gemeinde, die auf Holz aus Raubbau verzichtet: BRAVO!
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35 Schweizer Gemeinden auf dem Säntis.
Foto: I. Kürsteiner
Der BMF hat mehrere Antworten im Sinne Wädenswils erhalten, jedoch zusammen mit Schreinern festgestellt, dass in praktisch allen Gemeindebauten und -möblierungen sowie in der Sargbeschaffung Hölzer aus Raubbau eruierbar sind. Oft versteckt hinter Farbe, Plastik und Aluminium oder an Orten, wo man normalerweise nicht hinguckt. Der BMF offeriert darum der Gemeinde Wädenswil und all jenen Gemeinden, die eine ähnliche Position vertreten, eine Flasche guten Schweizer Weins, falls bei einem Besuch in gemeindeeigenen Gebäuden kein Holz aus Raubbau zu entdecken ist (Schnitzprobe erlaubt). Wir freuen uns auf Ihre Einladung!
Die Münchner Organisation Pro Regenwald fand heraus, dass Precious Woods (PW) der Ostsee-Küstenstadt Rostock vertragswidrig nicht-FSC-zertifiziertes Acaricuara-Holz lieferte. Der Anteil der «Falschlieferung» am Gesamtvolumen betrug 40%! Daniel Heuer, Sekretär der PW, beschwörend: «Da war absolut keine Betrugsabsicht dahinter uns ist hier einfach ein saudummer Fehler passiert.» Der Imageschaden in Deutschland ist jedoch beträchtlich. Der Leiter des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur in Rostock: «Ich fühle mich benutzt.» Seine Behörde hätte auf keinen Fall die Lieferung von Raubbauholz akzeptiert (Rostock ist Mitglied des Klimabündnisses).
Kommentar BMF: Ursprünglich wollte Precious Woods degradierte Gebiete in Costa Rica aufforsten. Das tönte gut, und auch die Schweiz beteiligte sich mit Steuergeldern in Höhe von 3 Mio. CHF an diesem Projekt, obwohl Umweltverbände bemängelten, dass mit standortfremden Teakbäumen aufgeforstet wurde. Bis die Plantage nach 25 Jahren reif für die Ernte ist, wollte PW jedoch nicht warten und kaufte sich in Brasilien 800 km2 Urwald, um ab sofort Gewinne einzufahren. Dies ist für den BMF nicht akzeptabel, auch wenn PW verkündete, der Forest-Stewardship-Council (FSC) habe ihrer Waldwirtschaft Nachhaltigkeit bescheinigt. Dass der FSC Holz aus Urwäldern zertifiziert, lehnt der BMF kategorisch ab. Dies ebnet den Weg zur Plünderung der letzten Urwälder unter einem grünen Mäntelchen! Nun stellt sich heraus, dass PW auch mit nicht-zertifiziertem Holz handelt. «Mit dem Kauf dieser Aktien schützen Sie den Regenwald!» hat PW potentielle Anleger geködert. Die Frage ist, wie lange diese Aktionäre dem Geschäftsgebaren von PW noch zuzuschauen gewillt sind. Die jüngsten Ereignisse wirken nicht sehr vertrauensbildend, und man mag gar nicht daran denken, was passiert, wenn PW weitere Tausende Quadratkilometer unberührten Regenwald zukauft. Dass die Schweizer Firma auf den steuerfreien Virgin Islands (GB) registriert ist und ihre Geschäfte in den Drittweltländern Costa Rica und Brasilien steuer- resp. zollfrei abwickelt, obschon mit jährlichen Wertzunahmen von 1116% gerechnet wird, lässt auch das soziale Verantwortungsbewusstsein von PW in zweifelhaftem Licht stehen. Der gesamte Gewinn wird an die Aktionäre ausgeschüttet, der Lokalbevölkerung bleibt nur die Möglichkeit, sich als Plantagen- und Holzarbeiter zu verdingen. PW nennt das «Entwicklungshilfe im besten Sinn» und hält an der Ansicht fest, die Not der Lokalbevölkerung und nicht die Industrie, die das Eindringen der Armen in die degradierten Wälder überhaupt erst ermöglicht sei schuld an der Zerstörung der Urwälder. Unter Entwicklungshilfe und Regenwaldschutz versteht der BMF etwas anderes: den Schutz der traditionellen Wirtschaftsgrundlagen der Lokalbevölkerung nämlich. Schliesslich haben es diese während Jahrhunderten verstanden, die Regenwälder nachhaltig zu bewirtschaften, indem sie nur Sekundärprodukte (Früchte, Gummi, Heilpflanzen etc.) nutzten und die Bäume stehen liessen. Nur fliesst so natürlich kein Rappen in die Taschen der Schweizer Möchtegern-Waldretter.
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Foto: BMF
Ein Freund bestellte eine Fichtentüre mit Fichtenumleimer. Für den Fachmann ist somit klar, dass eine Türe aus Fichtenholz bestellt ist. Geliefert wurde eine «Entla-Türe, Röhrenspan Fichte 1/A mit Fichtenumleimer». Dass sich unter dem Fichten-Umleimer ein Einleimer aus Abachi-Holz (Afrika) versteckt, verschweigt der Lieferschein. Auf Anfrage bestätigt Entla AG: «Wir machen das immer so, aus Stabilitätsgründen.» Dies löste Kopfschütteln aus, denn für die Stabilität genügt der Umleimer vollauf. Für den Fichtenumleimer wurde zudem ein Mehrpreis verrechnet, Türen ohne Abachi-Einleimer wären laut Lieferant gar noch teurer. Die aktuellen Materialpreise rechtfertigen diese Mehrkosten in keiner Weise! Entla kauft billige Türrohlinge mit Raubbauholz, klebt etwas Fichte drumherum und verkauft sie gegen Aufpreis als Fichtentüre.
Hinweis an Architekten und Bauherren: Norma Reiden AG produziert Türen aus einheimischen Hölzern zum selben Preis wie die Raubbauholz-Türen. Ihre Brandschutztüren (T30) aus schichtverleimter Buche sind Empa-geprüft. Die höheren Produktionskosten werden als Beitrag zum Schutz der Regenwälder selbst getragen. Kontakt: Norma Reiden AG, Postfach, 6260 Reiden. Tel: 062.758.42.42.
Im Naturhistorischen Museum Basel (Augustinergasse 2, beim Münster) findet noch bis zum 21. Februar 1999 eine Ausstellung statt, in deren Zentrum Reproduktionen von Brunos Tagebuchseiten stehen. Bruno baute am Eröffnungswochenende eine Penanhütte. Dazu werden Gegenstände aus dem Alltag im Urwald von Sarawak vorgestellt sowie ein Videofilm aufgeführt. Ergänzt wird die Ausstellung durch viele Bild- und Texttafeln zu den Themen: Regenwald, Waldvölker, Produkte und Gefahren für diese wertvollen ökosysteme. Anhand verschiedener Objekte aus unserem täglichen Gebrauch wird aufgezeigt, wo überall in unserem Umfeld oft ganz unbewusst Tropenholz verwendet wird. Es finden Führungen durch die Museumsleitung sowie Vorträge von Bruno Manser und Filmvorführungen statt:
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- 10.01.1999, 11 Uhr: Sago-Filmvorführung, anschliessend Führung, Blasrohrschiessen
- 19.01.1999, 19 Uhr: Vortrag Bruno Manser
- 02.02.1999, 19 Uhr: Sago-Filmvorführung mit Bruno Manser
- 16.02.99, 19:00 Uhr: Vortrag Bruno Manser
- Öffnungszeiten:
- Dienstag bis Sonntag 1017 Uhr
- Jeden Sonntag freier Eintritt
Der Verein «Kein Stolz auf Tropenholz» produzierte furnierte Ansichtskarten aus 23 verschiedenen einheimischen Holzarten, deklariert nach Art und Herkunft. Ein Set à 5 Karten kostet CHF 9., die Hälfte des Erlöses ist zugunsten des BMF. Da einige Furniere viel teurer sind als andere und der Einzelpreis von Fr. 1.80 ein Durchschnittspreis ist, kann die Holzart nicht gewählt werden. Die schönen Karten sollen der Forderung nach einer Deklarationspflicht Nachdruck verleihen. Die Karten können beim BMF bestellt werden.
Das schönste Fotobuch über die Penan und ihr Leben im Regenwald Borneos. Ein Werk mit viel Herz, in dem die Indigenen selbst eine Stimme haben.
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1995, 144 Seiten, von Wade Davis und Ian Mackenzie
Pomegranate Artbooks, Box 6099, Rohnert Park, CA 94927 USA
ISBN 0-87654-357-3
«Tong Tana»
Zeitschrift des Bruno-Manser-Fonds (BMF)
Verein für die Völker des Regenwaldes
Heuberg 25, CH-4051 Basel, Schweiz
Telefon 41 61/261 94 74
Fax 41 61/261 94 73
Email: info@bmf.ch
Web: http://www.bmf.ch/
Erscheint dreimal jährlich.
Auf Spenden sind wir angewiesen herzlichen Dank!
Satz und Druck: Gremper AG, Basel