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Aktualisierung 2002-05-02

Bruno-Manser-Fonds Verein für die Völker des Regenwaldes Gesellschaft für bedrohte Völker GfbV

 

Basel/Bern, 2. Mai 2002

 

Tropenholzorganisation ITTO: Fortschritt oder Austritt!

Bern, 2. Mai 2002

 

Die Internationale Tropenholz-Organisation (ITTO) wurde 1983 von Tropenholz exportierenden und importierenden Ländern gegründet mit dem klaren und verbindlichen Ziel, ab dem Jahr 2000 nur noch tropische Hölzer aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern zu handeln. Der Handel mit Holz, das den eigens dafür geschaffenen ITTO-Richtlinien nicht genügt, sollte verboten werden. Dieses Ziel wurde nicht erreicht. Weniger als ein Prozent des gehandelten Tropenholzes entspricht ihren Richtlinien. Anlässlich eines offiziellen Besuches des ITTO-Exekutivdirektors Manoel Sobral in der Schweiz zeigten sich heute die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und der Bruno-Manser-Fonds (BMF) enttäuscht über das Scheitern der ITTO.

 

Die GfbV und der BMF stellten heute anlässlich eines Treffens mit dem ITTO-Exekutivdirektor Manoel Sobral ihre Forderungen an die zukünftige Arbeit der Internationalen Tropenholzorgani-sation vor. Ohne ein rasches Handeln werden in wenigen Jahren die letzten intakten tropischen Urwälder verschwunden sein mitsamt ihrer einzigartigen Artenvielfalt und ihrer stabilisierenden Funktionen für das globale Klima.

Deshalb fordern der BMF und die GfbV mit Nachdruck von der ITTO die sofortige Verabschiedung folgender Massnahmen und Empfehlungen an der nächsten ITTO-Session in Bali/Indonesien vom 13. - 18. Mai 2002:

 

1. Einschlags-Moratorium:

- Sofortiger Stopp des industriellen Holzschlages in Primärwäldern, bis Schutzflächen und Nutz-gebiete international festgelegt worden sind
.- Sofortiger Stopp des industriellen Holzschlages in Gebieten, die von lokalen Bevölkerungs-gruppen beansprucht werden.

 

2. Maximale Transparenz im Holzhandel:

- Sämtliche ITTO-Mitgliedsländer führen eine obligatorische Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte nach Art und Herkunft ein.

 

3. Die Empfehlung von handels-einschränkenden Massnahmen (wie ein Import-Moratorium) für Holz und Holzprodukte aus:

- Primärwäldern, bis Schutzflächen und Nutzgebiete international festgelegt worden sind,
- Ländern, die den illegalen Holzschlag nicht in den Griff bekommen,
- Ländern, in denen die Land- und Menschenrechte der Lokalbevölkerung von der Holzindustrie nicht respektiert werden.

 

4. Fördermassnahmen in den Bereichen:

- Restauration degradierter Waldgebiete;
- nachhaltige Nutzung von Sekundärwäldern;
- breite und nachhaltige Nutzung von anderen Waldprodukten als Holz (sog. nicht-Holz-Wald-Produkte wie Honig, Früchte, Medizinalpflanzen u.ä.).

Wenn von der ITTO-Session in Bali im Mai 2002 keine klaren Beschlüsse in diese Richtung gefasst werden, werden die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und der Bruno-Manser-Fonds (BMF) an ihrer Austrittsforderung für die Schweiz festhalten und einen entsprechenden parlamentarischen Vorstoss einbringen.

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