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Bruno Manser Fonds
Aktualisierung 2002-06-10
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Bruno-Manser-Fonds
Presse-Erklärung 10. Juni 2002
Malaysischer Premier Mahathir auf Arbeitsbesuch in der Schweiz
"Please tell Dr. Mahathir that people are poisoning our rivers and many of us have fallen ill." Penan-Nomade Selai Sega, Limbang Fluss, Sarawak/Malaysia, April 2002 Der Bruno-Manser-Fonds (BMF) sowie die Angehörigen von Bruno Manser haben den offiziellen Arbeitsbesuch zum Anlass genommen, von Herrn Bundesrat Joseph Deiss (Eidg. Amt für auswärtige Angelegenheiten EDA) dem Malaysischen Premier Dr. Mahathir heute zwei Bittschriften überreichen zu lassen. Brunos Bruder Erich Manser bedankt sich bei Dr. Mahathir für die Anstrengungen der Malaysischen Behörden, Klarheit in Brunos Schicksal zu bringen. Des weiteren baten die Angehörigen Brunos um Rückgabe der Tagebücher. Vor 2 Monaten erreichten zwar wie von den Behörden Sarawaks im Dezember letzten Jahres ankündigt, zwei Kisten mit Teilen von Brunos 1986 beschlagnahmter Dschungelausrüstung (John Lennon-Brille, Wurfnetz, Malariamittel, Salz, Reis u.ä.) die Schweiz &endash; leider fehlten jedoch die Tagebücher mit den kunstvollen Zeichnungen und wertvollen Aufzeichnungen, wie sie Bruno seit seiner Jugend erstellte. Der BMF wandte sich im Namen der Penan und anderer UreinwohnerInnen Sarawaks und Malaysias an den seit über 20 Jahren regierenden Premier-Minister Mahathir. Immer wieder erreichen den BMF aus Sarawak die verzweifelten Hilferufe der Penan, deren Lebensgrundlagen von Unternehmen der Holz- und Plantagenbranche zerstört werden. Seit März 2002 wurden sowohl von den halbsessaften als auch von den traditionell nomadisierenden Penan 6 Strassenblockaden gegen verschiedene Firmen errichtet. Solche friedfertigen Strassenblockaden sind ein letztes Mittel der zunehmend marginalisierten letzten Jäger und Sammler von Borneo, deren Lebensraum, der älteste Urwald der Welt (160 Mio. Jahre!) in den letzten 30 Jahren weitgehend abgeholzt wurde. In unzähligen Bitt- und Klageschriften haben die Penan schon um Hilfe gebeten &endash; ohne sich Gehör verschafft zu haben... Verzweiflung, Hunger, Armut und Krankheit sind heute so gross wie nie zuvor in der Geschichte der Penan. Gemeinsam mit den Penan bittet der BMF Dr. Mahathir inständig, dieses Problem nun endlich menschenwürdig zu lösen, die Menschenrechte einzuhalten (z.B. Recht auf sauberes Trinkwasser) und die traditionellen Rechte und die Kultur der Ureinwohner zu respektieren! Die Penan sind ja nicht grundsätzlich gegen bestimmte Entwicklungsmöglichkeiten &endash; aber sie wollen ihr Recht auf Selbstbestimmung und ihre traditionellen Land- und Gewohnheitsrechte dafür nicht aufgeben. Wie es Ajang Kiew, dem Chef von Long Sayan ausdrückte: "Wer baten um Waldreservate. Wir baten darum, dass sie unseren Wald nicht zerstören. Wir baten um Schulen in unseren Dörfern, sodass unsere Kinder etwas lernen können... Wir baten um Krankenhäuser. Aber alles, was sie uns gaben, waren die Holzfäller. Und jetzt kommen die Palmöl-Plantagen...!" Es ist zu hoffen, dass die berechtigten Anliegen der UreinwohnerInnen Sarawaks und ganz Malaysia auch der Schweizer Regierung etwas wert sind, und die Beziehungen Schweiz-Malaysia nicht einzig auf die positive Handelsbilanz beschränkt bleiben (ein Plus vom 312 Mio CHF zugunsten der Schweiz). Link zu: borneo-project-site
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