Bruno Manser Fonds Aktualisierung 2000-11-15 |
Basel, 31. Januar 2001 - Beilage 3Presse-ErklärungBericht zu Suchaktion nach Bruno Manser am Berg „Batu Lawi", Borneo Malaysia von schweizerischem Bergführer Dario-Andri SchwoererSchwierigkeitenHauptmonsunzeit: Es regnete täglich. Der Fels am Batu Lawi war nass. Trockene Bedingungen für eine mehrtägige Suchaktion mittels Kletterei und Abseilen sind in dieser Jahreszeit auszuschliessen. Rodungen am Fuss des Batu Lawi durch unberechenbare Holzfäller Glück durch Suche mittels Helikopter an Weihnachten Es herrschten am Berg für 50 Minuten ideale Sicht- und Wetterbedingungen, was für eine systematische Suche genügend ausreichte. Wir konnten die Suche unabhängig von den Felsverhältnissen durchführen. Da die Holzfäller am 24.12.2000 nicht arbeiteten, konnte der Helieinsatz ohne grosses Aufsehen erfolgen. Der Helikopter verfügte über einen genügend grossen Tank, sodass der Einsatz ohne Zwischenlandung mit ev. Bösen Überraschungen von Miri aus durchgeführt werden konnte. Ablauf der SuchaktionRegen bis am morgen, Pilot war um 8h sehr skeptisch bezüglich Sicht am Batu Lawi; meint dass man im August/September fliegen müsste, wenn man sicher etwas sehen will. Besprechung des Suchfluges zwischen dem Pilot und Bergführer. Definition von Handzeichen zur schnelleren Kommunikation. 9h Wetterbesserung und wir können vom Heliport in Miri sogar Mt. Mulu, ca. 50 nm von Miri Richtung Batu Lawi sehen. Der Pilot wurde sehr zuversichtlich. Er sagte, dass dies in dieser Jahreszeit äusserst selten vorkommt und meinte, dass nun die Möglichkeit besteht, dass auch Batu Lawi nebelfrei sein könnte. 9.30h Start direkt zum Batu Lawi ca. 90 nm; crousing speed 100 kn. Da eine Landung in Long Seridan, um auf ein Wetterfenster zu warten, dank den idealen Wetterbedingungen hinfällig wurde, betrug die Flugzeit zum Berg nur 55 Minuten, was uns einen 50 minütigen Suchflug bei super Verhältnissen erlaubte. Da wir ausreichend Treibstoff mit uns führten, war es möglich unser Suchraster bis zu viermal abzufliegen, bevor wir dann, bei Regen und sich senkender Wolkenbasis, wieder in 55 Minuten an unseren Stützpunkt in Miri zurückflogen. Den Wetterbedingungen zu schliessen war wirklich Weihnachten!! Resultat der SuchaktionNNW Grat = einfachste Aufstiegsroute, über 1 km lang; Suche direkt über dem Buschwerk; unterer Teil 1x oberer Teil 2x gründlich abgeflogen. Fazit: nichts, aber auch keine Absturzgefahr bzw. - möglichkeit. NNW Gipfelgrat = Schlüsselstelle, 3x gründlich abgeflogen: nichts; auch Bänder unterhalb, wo Bruno bei einem Absturz liegen müsste. Fazit: nichts. Weiter war auch die Fahne von einer britischen Begehung die Bruno beim Abstieg seiner Besteigung Ende der 80er Jahre benützt haben soll, nicht ersichtlich. 3 Schwebeflüge 1 bis 3 Meter über dem Gipfel. Fazit: nichts, keine menschliche Spuren, wie Gipfelmarkierungen etc.. SSE-Grat, steil abfallend zu Pass, 15 m unterhalb von Gipfel: ABSEILSTELLE MIT SEIL (WEISS, CA. 7 MM, 30 m, Ende frei hängend MIT „VIOLETTER" SCHLINGENVERANKERUNG. Diese stelle sind wir 4 x angeflogen. Im Sturzverlauf des Seiles hatten wir gute Sicht und sind ihn auch mehrmals abgeflogen. Fazit: nichts. Da Bruno kein Seil mit sich führte, muss es das Seil einer anderen Begehung sein. Systematische Absuche in minimalem Abstand zur Bergflanke in allen 4 Himmelsrichtungen mit Augenmerk auf Absturzbänder, nachdem zuerst ein Überblick über die jeweilige Flanke gewonnen wurde. Dank dem Helikoptereinsatz konnten die potentiellen Fundorte aus verschiedenen Perspektiven (von oben, Seite) und in verschiedenen Abständen zum Berg betrachtet werden. Im Rasterverfahren wurde zuerst horizontal der Fuss des Berges inkl. Grat, dann &fraq12; Höhe des Berges inkl. Gipfelgrat, dann 1/3 Höhe des Berges inkl. Schlüsselstelle abgeflogen. Danach wurden die 4 Flanken vertikal abgesucht, wo potentiellen Absturzbahnen gefolgt sowie erneut Seilende, Gipfelbereich inkl. Seilverankerung abgeflogen wurde. Fazit: nichts. SchlussbemerkungenBei besten Bedingungen und effizienter 50` Suche mit einem Helikopter konnten wir keine Anzeichen für einen Absturz bei der Besteigung des Batu Lawi finden.Auf dem Gipfel gab es keine Anzeichen einer Besteigung (Steinmannchen, aufgestellter Stock, Nasstuch als Fahne etc.). Auch die systematische Absuche möglicher Absturzstellen und zwar vertikal von der potentiellen Absturzstelle über Bänder und Stufen bis an den Fuss des Berges gaben keine Anzeichen eines Bergunfalls. Das einzige menschliche Zeichen ist die ABSEILSTELLE, die jedoch nur darüber Auskunft gibt, dass jemand den Batu Lawi erfolgreich bestiegen hat. |