Bruno Manser Fonds Aktualisierung 2001-06-30 |
Basel, 23. Mai 2001Presse-ErklärungMahnbaum für Bruno ManserHeute, am 23. Mai 2001, ist es genau 1 Jahr her, seit Bruno Manser seinen Freundinnen und Freunden ein Zeichen gegeben hat. Mit jedem Tag, der vergeht, sinken die Chancen, dass Bruno Manser jemals zu uns zurückkehren wird. Deshalb sind wir heute am Bärenplatz in Bern versammelt, wo Bruno 1993 für einen Import-Stopp für Holz aus Sarawak/Malaysia während 60 Tagen gefastet hat: Um die Erinnerung wachzuhalten an unseren lieben Freund und Kämpfer für Menschenrechte, Respekt vor der Kreatur und ein friedvolles Mit- und Nebeneinander aller Kulturen und Lebensarten sowie für die Urvölker und natürlich die Penan - seine zweite Familie im Regenwald von Sarawak/Malaysia auf Borneo.
Foto: Ruedi Suter Und darum sind wir heute auch hier: Um der absoluten Dringlichkeit der vielleicht zu modernen Anliegen dieses grossen Menschenfreundes Ausdruck zu verleihen. Es gibt keine Zeit zu verlieren: Die Urvölker dieser Erde (300 Mio. Angehörige, 95% der globalen kulturellen Vielfalt) stehen heute, beim Anbruch des 3. Jahrtausends, allesamt am Abgrund, viele davon sind gar kurz vor dem Verschwinden (z. Bsp. die Penan) Die Biodiversität ist noch nie seit Menschengedenken, so rasch dezimiert worden, das Artensterben hat ein erschreckendes Tempo angenommen (z. Bsp. die Vernichtung der tropischen Regenwälder) Die Biosphäre ist bedroht, wie niemals zuvor (Klimawandel) Besonders akut bedroht sind die Völker der Regenwälder: Viele dieser Waldvölker, Jäger und Sammler aber auch traditionelle Kleinbauern, stehen heute kurz vor dem Verschwinden, wenn nicht sofort gehandelt wird! Bruno hat dies am eigenen Leib erlebt und unermüdlich versucht, dagegen zu halten - nun ist er selber verschwunden. Es liegt nun an uns, Brunos Kampf weiterzuführen, jede und jeder von uns kann seinen Beitrag leisten. Der BMF fordert hiermit - auch im Namen von Bruno Manser - alle verantwortlichen Behörden, Regierungen und privatwirtschaftlichen Unternehmen auf, unverzüglich die notwendigen Massnahmen zum Schutz der Urvölker und Urwälder dieser Erde sowohl auf aussenpolitischer als auch wirtschaftlicher Ebene zu ergreifen und bereits existierende Instrumente wie die UN-ILO Konvention 169, Handelsverbot für Tropenholz aus Raubbau gemäss ITTO sowie die universellen Menschenrechte sofort zu ratifizieren, bzw. endlich umzusetzen!
Brunos FreundInnen tragen den Totempfahl vom Bot. Garten an den Bärenplatz, 23. Mai 2001
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