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Aktualisierung 2000-11-15

Basel, 7. Dezember 2000

Presse-Erklärung

Deklarationspflicht nach Art und Herkunft für Holz und Holzprodukte

Ständerat gegen Transparenz im Holzhandel

Schwarzer Tag für Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten: Nachdem der Nationalrat im Sommer Ja gesagt hat zur Motion Eymann, hat der Ständerat heute die Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte als unverbindliches Postulat überwiesen. Damit werden alle Bemühungen der Schweizer Konsumentenschaft, umwelt- und sozialverträglich produziertes Holz dem Holz aus Raubbau vorzuziehen, zunichte gemacht.

Der Ständerat desavouiert mit seinem Entscheid nicht nur den Willen und das Verantwortungsbewusstsein der Schweizer Bevölkerung, der Entscheid steht auch diametral gegen alle Bemühungen, vermehrt das nachhaltig produzierte Holz zu verwenden, das in immer grösseren Mengen vor unserer Haustür anfällt.

Die Forderung nach einer Deklarationspflicht war eine direkte Folge von Bruno Mansers 60-tägigem Hungerstreik auf dem Bundesplatz im Jahre 1993. Nachdem sich die Schweizer Regierung nicht zu dem von Bruno Manser geforderten Import-Stopp für Holz aus Sarawak/Malaysia und anderen Raubbau-Hölzern durchringen konnte, überwies der Ständerat 1994 die Deklarationspflicht erstmals als Motion. Der Nationalrat folgte dem leider nicht und überwies die Deklarationspflicht lediglich als Postulat. 1997 reichte deshalb Christoph Eymann die Motion im Nationalrat erneut ein - sie verjährte, ohne je behandelt worden zu sein. In der Folge wurde sie im Winter 1999 erneut eingereicht und in der Sommersession vom Nationalrat überwiesen.

Mit dem heutigen Entscheid, die Deklarationspflicht nur als völlig unverbindliches Postulat zu überweisen, hat der Ständerat alle Bemühungen der vergangenen Jahre zunichte gemacht.

Da Bundesrat und Parlament nunmehr 7 Jahre lang nachhaltig verhindern, dass für den Kaufentscheid dermassen wichtige Informationen an die Endverbraucher weitergegeben werden müssen, bleibt nichts anderes übrig, als Bruno Mansers ursprüngliche Forderung mit allem Nachdruck wieder aufzunehmen: Import-Verbot für Holz aus Raubbau und Boykott von Tropenholz und anderen Hölzern aus den letzten Urwälder dieser Erde!



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