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Aufforstung

Aufforstung

Die Penan von Long Kerong nutzen den artenreichen Primärwald, den sie vor der Abholzung schützen konnten, um anderen Communities bei der Aufforstung zu helfen. Die Penan sammeln Saatgut im Wald und pflegen in einer Baumschule Setzlinge, mit denen umliegende Gemeinden ihre degradierten Flächen und abgeholzten Waldbestände wieder aufwerten können. Hierbei erhält die Community vom BMF technische, finanzielle und wissenschaftliche Unterstützung.

Die Penan in Long Kerong bauen eine Baumschule auf um wertvolles Saatgut in Form von Setzlingen zu gewinnen. Die Penan haben als einzige in Sarawak grössere zusammenhängende Gebiete Primärwald schützen können und nutzen nun dessen reiche Vielfalt um genetisch diverses und qualitativ hochwertigstes Saatgut für Baumarten zu gewinnen, die durch Abholzung und Brandrodung sehr selten geworden sind. Dies gilt insbesondere für langsam wachsende Holzarten, die zwar viel Kohlenstoff binden, jedoch auch einen sehr hohen Marktwert haben (z.B. viele Meranti-Arten) und daher von Holzfirmen seit langem bevorzugt gefällt wurden. Vielerorts sind gerade diese Arten, die klimatisch und auch ökologisch eine wichtige Rolle einnehmen, so stark dezimiert, dass sich die Wälder nicht mehr natürlich regenerieren können. Dies liegt unter anderem daran, dass diese Arten sich nur langsam und kleinschrittig vermehren können und ihre Samen nicht wie andere Bäume grossflächig durch Vögel oder Insekten verbreitet werden.

Abnehmer für das Saatgut sind potentiell sowohl Kunden aus Sarawak als auch Partnerprojekte von Communities im und um den Baram Peace Park. Hierzu gehören insbesondere indigene Gemeinden, die Setzlinge für die Restaurierung von Wassereinzugsgebieten für Kleinstwasserkraftwerke oder für die Regenerierung von landwirtschaftlichen Flächen benötigen. Indigene Communities, die das Saatgut zu Aufforstungszwecken kaufen, erhalten Unterstützung beim Pflanzen und Monitoring der Setzlinge um die Nachhaltigkeit des Projektes zu gewährleisten. Gleichzeitig bietet die Baumschule den Penan in Long Kerong ein alternatives Einkommen und Unabhängigkeit von der Holz- und Palmölindustrie.

Wenn in Malaysia auf der politischen Agenda von Aufforstung die Rede ist, ist zumeist die plantagenartige Anpflanzung von schnellwachsenden oft nichtmal einheimischen Nutzhölzern (z.B. Akazien) gemeint. Tatsächlich wäre aber eine Regenerierung der Biodiversität und ein Schutz von Wald, Boden und Wasserkreislauf dringend notwendig. Um den Wald wirksam zu schützen, muss gezielt mit einheimischen Baumarten aufgeforstet und intakter Wald erhalten werden. Nur so kann der Regenwald seine Ökosystemleistungen erfüllen, die die Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung und die Stabilisierung unseres Klimas beinhalten

Durch das Projekt setzt der BMF auch einen Akzent im geplanten Baram Peace Park, dessen Ziel der Schutz der Natur und die nachhaltige Entwicklung des Gebietes unter Mitbestimmung der Indigenen ist.

Bilder
  • Aufbau der Baumschule