Wichtiger Erfolg für den Waldschutz: IOK schliesst olympische Winterspiele in den ukrainischen Karpaten aus

Fehlende Infrastruktur und potentielle Auswirkungen auf Schutzgebiete entsprechen nicht den Nachhaltigkeitsanforderungen des IOK - Umweltverbände erringen wichtigen Teilsieg im Kampf um den Schutz der Waldkarpaten vor umstrittenen riesigen Skigebieten

(LAUSANNE/KIEV) Das Internationale Olympische Komitee (IOK) macht den Olympiaplänen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj einen Strich durch die Rechnung. Laut Jacqueline Barrett, IOK-Direktorin für künftige Austragungsorte der Olympischen Spiele, ist Nachhaltigkeit von Anfang an eine wichtige Voraussetzung für die Planung der Olympischen Spiele. Die neuen Nachhaltigkeitsstandards des IOC sehen vor, dass in geschützten Gebieten keine dauerhaften Bauten errichtet werden dürfen und dass die potenziellen Gastgeber bestehende und temporäre Austragungsorte maximal nutzen müssen.

Mit den neuen IOK-Standards werden die Pläne von Präsident Wolodymyr Selenskyj gestoppt, die Olympischen Winterspiele in den Karpaten auszutragen. Gespräche mit Selenskyj anlässlich eines kürzlichen Besuchs von IOK-Exekutivdirektor Thomas Bach in der Ukraine spielte das IOK als "unverbindliche" informelle Diskussionen herunter.

"Die klare Haltung des IOK ist ein grosser Sieg für alle, die eine wirklich nachhaltige Regionalentwicklung in Transkarpatien wollen", sagte Oreste del Sol von der Bewegung Free Svydovets, einer ukrainischen Umweltbewegung. "Wir fordern Präsident Selenskyj auf, die Pläne zum Bau von Skigebieten in Svydovets und Borzhava endgültig aufzugeben."

Die OIympiapläne dienten als Rechtfertigung für riesige neue Skiresort-Projekte in den Waldkarpaten, die verheerende Auswirkungen auf die Umwelt hätten. In den ukrainischen Karpaten befinden sich einige der letzten Urwälder Europas. Teile davon stehen unter dem Schutz des UNESCO-Welterbeprogramms.

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